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Aus der Stadt Sechs Jahre Haft für brutale Vergewaltigung
Hannover Aus der Stadt Sechs Jahre Haft für brutale Vergewaltigung
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00:25 12.02.2015
Von Michael Zgoll
Wegen besonders schwerer Vergewaltigung, besonders schwerer räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung wurde ein 25-Jähriger aus Hemmingen zu sechs Jahren Haft verurteilt. Quelle: Symbolbild
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Hannover

Sechs Jahre Haft: Diese Strafe hat das Landgericht Hannover am Montag gegen den 25-jährigen Tobias M. aus Hemmingen verhängt. Die 4. Große Strafkammer verurteilte den 25-Jährigen wegen besonders schwerer Vergewaltigung, besonders schwerer räuberischer Erpressung und gefährlicher Körperverletzung. Er hatte eine 23-jährige Frau, die aus Mexiko stammt und sich derzeit auf ihr Abitur vorbereitet, in einer Augustnacht 2014 in Oberricklingen überfallen und schwer verletzt. M.s Anwalt Matthias Waldraff und Nebenklage-Anwältin Doris Kahle schlossen im Gerichtssaal zudem einen Vergleich, mit dem alle zivilrechtlichen Ansprüche erledigt sind. Demnach will der Täter dem Opfer neben bereits gezahlten 5000 Euro weitere 15.000 Euro zukommen lassen.

Tobias M. war mit der jungen Frau an der Stadtbahnhaltestelle Am Sauerwinkel ausgestiegen, hatte sie überholt und war dann über sie hergefallen. Er schlug ihren Kopf mehrfach auf das Pflaster, würgte sie, zog ihre Hose herunter und zwang sie zum Oralverkehr. Am Ende raubte er ihr auch noch die Handtasche. Gefasst wurde der Mann wenig später in Wettbergen. Zur Tatzeit wies er einen Blutalkoholpegel von 1,95 Promille auf.

Ein Gutachter bescheinigte dem Angeklagten eine eigene posttraumatische Belastungsstörung: 2002 war M. von seinem Großvater selbst zweimal missbraucht worden. Nach Auffassung des Gerichts musste der daraus resultierende Persönlichkeitsdefekt aber nicht zwangsläufig in der Vergewaltigung 2014 münden. Der Täter sei, so die Vorsitzende Richterin Monika Thiele, in jener Augustnacht planvoll vorgegangen. Das brutale Verbrechen an dem „Zufalls­opfer“ sei keine Impulstat gewesen. Insofern billigte die Kammer dem Täter auch keine verminderte Schuldfähigkeit zu.

Verteidiger Waldraff hatte von vornherein auf schonungslose Offenheit gesetzt, sein Mandant räumte alle Vorwürfe ohne Wenn und Aber ein. Der Anwalt sagte gestern aber auch, dass M. im Gefängnis unbedingt eine Therapie absolvieren müsse, sonst bleibe er eine tickende Zeitbombe. Dass die Frau vor Gericht aussagte, war ihr eigener Wunsch: Sie wollte ihrem Peiniger ins Gesicht sehen. Die 23-Jährige ist schwer traumatisiert, leidet unter erheblichen Angstzuständen. Ihre jüngsten Deutschprüfungen hat sie aufgrund von Konzentrationsschwierigkeiten nicht bestanden, muss nun ein Halbjahr wiederholen.

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