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Aus der Stadt Anklage wegen Bau von Cannabis-Plantage
Hannover Aus der Stadt Anklage wegen Bau von Cannabis-Plantage
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16:45 26.05.2015
Von Jörn Kießler
Quelle: dpa
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Hannover

Die Staatsanwaltschaft Hildesheim hat Anklage gegen einen Mann erhoben, der im großen Stil mit Marihuana gehandelt haben soll. Bereits im November 2013 hatten Beamte des Zoll eine Cannabis-Plantage in einer Lagerhalle in Sehnde entdeckt, die der 38-Jährige offenbar betrieb. Dort konnten sie zwei Verdächtige festnehmen, darunter auch den Besitzer der Lagerhalle, die in die Drogengeschäfte verwickelt gewesen sein sollen. Der Hauptverdächtige schaffte es jedoch, erfolgreich unterzutauchen. Er wurde nach Informationen der Staatsanwaltschaft erst am 9. März dieses Jahres gefasst.

Auf die Spur der drei Verdächtigen waren die Ermittler durch Zufall gekommen. Eigentlich durchsuchte der Zoll die Lagerhalle in Sehnde, weil die Fahnder gegen den damals 57 Jahre alten Besitzer wegen Sozialbetrug und Schwarzarbeit ermittelten. Bei der Razzia entdeckten die Polizisten dann die mehr als 100 Quadratmeter große Plantage mit 740 Pflanzen.

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Diese betrieb nach Auffassung der Staatsanwaltschaft der 38-jährige Angeklagte mit Hilfe eines 22 Jahre alten Komplizen, der die Pflege der Cannabis-Pflanzen übernahm. Der heute 59 Jahre alte Besitzer der Halle soll von dem Drogenanbau gewusst haben. In einem Wirkstoffgutachten, das das Landeskriminalamt nach dem Fund anfertigte, gehen die Ermittler davon aus, dass die drei Beschuldigten 25,5 Kilogramm verkaufsfertiges Marihuana mit der Anlage hätten erwirtschaften können – mit einem Verkaufswert von etwa 100.000 Euro.

Davon habe er jedoch nicht viel bekommen, sagt der Angeklagte. Ein bisher unbekannter Komplize, der die Halle angemietet habe, soll 70 Prozent des Erlöses für sich beansprucht haben, sagte der 38-Jährige in seiner Vernehmung, in der er einräumte, die Plantage betrieben zu haben.

Seine beiden Komplizen, gegen die bereits im Sommer vergangenen Jahres Anklage erhoben wurde, bestreiten ihre Mithilfe. Sie sollen nun alle drei in einem Verfahren vor Gericht gestellt werden. „Der Prozess muss spätestens am 9 November dieses Jahres beginnen“, sagt die Hildesheimer Staatsanwältin Christina Pannek.

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