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Aus der Stadt Hilfe für Wohnungslose wird obdachlos
Hannover Aus der Stadt Hilfe für Wohnungslose wird obdachlos
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00:16 10.04.2016
Von Conrad von Meding
Hier ist bisher das Domizil: Der "Nordbahnhof" am Engelbosteler Damm in der Nordstadt.
Hier ist bisher das Domizil: Der "Nordbahnhof" am Engelbosteler Damm in der Nordstadt. Quelle: privat
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Hannover

Täglich kümmert sich Hannovers Selbsthilfe für Wohnungslose (Sewo) um obdachlose Menschen – jetzt ist sie selbst gekündigt. „Wir suchen schon seit Wochen ein Ersatzquartier in den nördlichen Stadtteilen – bis jetzt ohne Erfolg“, sagt Petra Tengler, Geschäftsführerin des gemeinnützigen Trägervereins. Allmählich wird es eng: Zum Ende Juli sind die Räume am Engelbosteler Damm gekündigt.

Wichtige Anlaufstelle

Gegründet vor 35 Jahren, betreibt der Verein vier Anlaufstationen für Menschen ohne feste Wohnung in Hannover: den „Saftladen“ an der Podbielskistraße, den Frauentreff „Szenia“ in der Altstadt, wo auch eine Beratungsstelle für Frauen angesiedelt ist, sowie eben den „Nordbahnhof“ an der Kreuzung von Engelbosteler Damm und Auf dem Loh vor der Eisenbahnbrücke, der mit seinen Nachmittags- und Sonntagsöffnungszeiten eine wichtige Bereicherung für Hannovers Obdachlosenszene darstellt. 150 bis 200 hilfsbedürftige Menschen kämen täglich zum „Nordbahnhof“, sagt Tengler. Von den 20 fest angestellten Vereinsmitarbeitern arbeiten vier Sozialpädagogen dort, zusätzlich sind Hausmeister und Wirtschaftskräfte auf geförderten Stellen im Einsatz und viele Ehrenamtliche.

„Wir sind verlässliche Mieter“

In den Tagestreffs erhalten Wohnungslose Essen und Trinken, können duschen und eine Beratung in Anspruch nehmen. „Wir benötigen 180 Quadratmeter mit einem großen Raum sowie mehreren Zusatzräumen etwa für Beratungen und Waschmaschinen“, sagt Tengler. Man zahle ortsübliche Miete und nehme Einbauten wie etwa Duschen selbst vor. „Viele Vermieter sind skeptisch, wenn sie unseren Namen hören – aber wir sind sehr verlässliche Mieter“, verspricht Tengler.

Die CDU-Ratsfraktion hat am Donnerstag die neue Sozialdezernentin Konstanze Beckedorf aufgefordert, sich um das Raumproblem zu kümmern.