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Aus der Stadt Zehn Uni-Fächer auf Streichliste
Hannover Aus der Stadt Zehn Uni-Fächer auf Streichliste
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00:15 13.11.2013
Von Juliane Kaune
Foto: Die Zukunft von rund zehn Fächern der Leibniz Universität steht auf der Kippe.
Die Zukunft von rund zehn Fächern der Leibniz Universität steht auf der Kippe. Quelle: Martin Steiner
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Hannover

In der Diskussion um eine mögliche Schließung von Fächern an der Leibniz Universität hat das Präsidium den Ball jetzt dem Senat zugespielt. Das Gremium, dem Vertreter aller Hochschulgruppen angehören, soll in den kommenden Monaten Prüfkriterien für alle Fächer erarbeiten, um die Debatte voranzutreiben. Welche Studiengänge im Zuge einer stärkeren Profilbildung der Uni schließlich verzichtbar werden könnten, ließ Hochschulchef Prof. Erich Barke weiterhin offen. „Das entscheidet das Präsidium nicht vorschnell“, sagte er gestern auf Anfrage.

Nach HAZ-Informationen hatte Barke bei einer Klausurtagung mit den 13 Senatoren und den Dekanen der neun Fakultäten am Wochenende allerdings für einige Verwirrung gesorgt. Im Schnelldurchlauf präsentierte er auf dem Beamer rund zehn Fächer, über deren Zukunft zu diskutieren sei. Die bereits als gefährdet geltenden Studiengänge Meteorologie und Gartenbau sollen ebenso darunter gewesen sein wie Architektur und Religion – aber auch die Biologie und die Informatik, die als zukunftssicher gelten.

„Ich wollte mit der Liste nur provozieren und zeigen, dass vieles auf den Prüfstand gehoben werden könnte“, begründete Barke gestern seine Strategie. „Natürlich haben wir nicht vor, zehn Fächer zu schließen.“ Bei streng gedeckelten Budgets müsse die Leibniz-Uni ihre Forschungs- und Lehrschwerpunkte aber weiter schärfen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Er wertet es als Erfolg, dass die Senatoren vor diesem Hintergrund beschlossen haben, „das Tabuthema Fächerschließungen überhaupt in Angriff zu nehmen“. Welche Bereiche am Ende tatsächlich zur Disposition stünden, müsse der jetzt begonnene Diskussionsprozess erst ergeben. Letztlich entscheide darüber der Senat im Einvernehmen mit dem Präsidium. Einen konkreten Zeitplan gebe es noch nicht.

Barke zündet "Nebelkerzen"

Aus Kreisen der Klausurteilnehmer werden auch andere Stimmen laut. Barke habe bei seiner Präsentation mit einem Fach wie der Informatik bewusst „Nebelkerzen“ gezündet, um tatsächliche Schließungsabsichten zu verschleiern, heißt es. Grundsätzlich habe etwa die Architektur einen schweren Stand. An der Fakultät für Mathematik und Physik sei das kleine Fach Meteorologie durch das Übergewicht des früheren Exzellenzclusters „Quest“ kaum mehr überlebensfähig. Der Präsident fahre einen „Schlingerkurs“ und überlasse die unangenehmen Aufgaben dem Senat, lautet die weitere Kritik.

n Entwicklungsplanung: Bereits abgesteckt wurden bei der Klausurtagung die übergeordneten Entwicklungsziele der Uni für 2014 bis 2018. Zu den bekannten Forschungsschwerpunkten Quantenoptik/Gravitationsphysik, Produktionstechnik und Biomedizintechnik kommen die Felder Energie, Geo- und Umweltwissenschaften sowie Pflanzenwissenschaften und Ernährung hinzu – möglicherweise könnten sich hier auch neue Optionen für das Traditionsfach Gartenbau ergeben, sagte Barke. Erstmals wird es an der technisch-naturwissenschaftlich orientierten Uni auch in den Geisteswissenschaften einen eigenen Forschungsschwerpunkt geben, der zur Profilierung beitragen soll. Zudem wird die Lehrerbildung ausgebaut. Beides sei ein klares Bekenntnis zur einer „Volluniversität“ mit der Bandbreite der Fakultäten, sagte Barke.

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