Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Was kommt nach der Bürgerarbeit?
Hannover Aus der Stadt Was kommt nach der Bürgerarbeit?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:17 03.01.2014
Von Veronika Thomas
Wichtige Hilfe im täglichen Leben: Bürgerarbeiter gehen älteren Mitmenschen zur Hand - und nehmen sich Zeit für Gespräche. dpa Quelle: Jens Wolf
Hannover

Sie kaufen für alte, kranke Menschen ein, räumen ihre Wohnung auf, leisten ihnen Gesellschaft oder gehen mit ihnen spazieren: Seit Oktober 2011 beschäftigt der kommunale Seniorenservice (KSH) der Stadt sogenannte Bürgerarbeiter, um vor allem Senioren mit leichter Demenz zu Hause oder in Pflegeheimen zu unterstützen. Hinzu kommt die Betreuung Älterer, die gesundheitlich erheblich eingeschränkt sind. Doch im September 2014 läuft das Bundesmodellprojekt Bürgerarbeit aus. Ob alternativ ein neues Programm zur Wiedereingliederung Langzeitarbeitsloser aufgelegt wird, ist ungewiss.

„Das Modell Bürgerarbeit hat sich bewährt, vor allem innerhalb des städtischen Netzwerks Demenz“, bilanziert Wolfgang Strotmann, Leiter des Fachbereichs Senioren. Dort sind zurzeit 17 Bürgerarbeiter im Einsatz, die aktuell 120 Senioren bei der Bewältigung ihres Alltags unterstützen - unbürokratisch, flexibel, niedrigschwellig und kostenlos für die Betroffenen. Rund zwei Drittel ihrer Einsätze gehen auf Impulse von Sozialarbeitern der mobilen Einzelfallhilfe des KSH als Krisenintervention zurück. Ihre Arbeit trägt maßgeblich dazu bei, dass die Senioren weiterhin in ihrem gewohnten Umfeld leben können. Jetzt sorgt sich Strotmann, wie diese Lücke geschlossen werden kann, wenn das Modellprojekt ausläuft. „Ohne Folgeprogramm wird es schwierig.“

Zwar wurden bereits erste Schritte unternommen, die Bürgerarbeiter zu ersetzen, aber das ist ein mühsamer Prozess. Bisher konnten zwei junge Leute mit Migrationshintergrund gewonnen werden, die sich über ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) beruflich orientieren wollen. Allerdings funktioniert deren Beschäftigung nur über den Umweg der Türkischen Gemeinde Niedersachsen, die mit dem Fachbereich Senioren kooperiert. Die beiden jungen Freiwilligen werden beim KSH zu Alltagsbegleitern geschult. Pro FSJ-Platz entstehen dem Fachbereich Senioren jedoch Kosten von rund 685 Euro im Monat, während pro Bürgerarbeiter im Monat knapp 250 Euro gezahlt werden müssen.

Im Oktober sind außerdem zwei Ehrenamtliche, 30 und 61 Jahre alt, über den Bundesfreiwilligendienst (BFD) in die Arbeit der Alltagsbegleitung eingestiegen. Inzwischen ist noch ein 52-Jähriger hinzugekommen. Der Vorteil bei der Beschäftigung älterer Freiwilliger: Das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben zahlt für sie einen nahezu kostendeckenden Zuschuss; die Plätze im BFD sind allerdings kontingentiert.

Um den wachsenden Bedarf bei der Alltagsbegleitung decken zu können, bemüht sich der KSH nun verstärkt um zusätzliche freiwillige Helfer. Schon jetzt sind 16 von ihnen beim KSH im Einsatz, sie übernehmen in der Regel einen Termin pro Woche. Um den Wegfall der Bürgerarbeiter vollständig zu kompensieren, müssten etwa weitere 100 Ehrenamtliche einsteigen, was Strotmann allerdings illusorisch erscheint. Schon allein deren Koordinierung sei mit einer halben Personalstelle im Kommunalen Seniorenservice nicht leistbar.

In zeitlich befristeten Projekten, in denen Bürgerarbeiter beschäftigt werden, kann dagegen besser kalkuliert werden. Im Misburger Hafen sind neun Bürgerarbeiter - langzeitarbeitslose Schlosser, Bauschlosser, Maschinenschlosser, Tischler und Mechaniker - dabei, aus zwei 1918 gebauten Kränen ein Industriedenkmal herzustellen. Ein Kran wird saniert, indem der zweite als Ersatzteillager dient. Im ersten Quartal 2014 soll der Industrieveteran fertiggestellt sein. Voraussichtlich bis Mai wird es noch dauern, den wieder zum Leben erweckten Kran auf eine Aussichtsplattform zu stellen.

Aus der Stadt Juwelier in Vinnhorst - Nach dem Raub

Im März raste ein VW-Bus ins Uhrengeschäft Schremmer in Vinnhorst. Die mutmaßlichen Täter stehen mittlerweile vor Gericht. Die Inhaber aber sind noch immer mit den Folgen dieser Tat beschäftigt. Ein Besuch.

Gunnar Menkens 03.01.2014
Aus der Stadt Silikonstück nach Operation vergessen - Neuer Streit um OP-Schlauch im Bauch

Eigentlich sah alles nach einer schnellen Einigung aus. Aber seit Monaten gibt es zwischen dem Regionsklinikum und einem Patienten keine Einigung über die Höhe der Entschädigung für einen bei einer Operation im Bauch vergessenen Schlauch.

Mathias Klein 02.01.2014
Aus der Stadt Beliebteste Vornamen in Hannover - Sophie und Elias
 sind die Spitzenreiter

Hannovers Eltern haben ihren eigenen Kopf – ihren Kindern geben sie überwiegend andere Namen, als im Bundesdurchschnitt üblich. Bei den Mädchennamen war 2013 Sophie der Renner – wie schon in den beiden Vorjahren. 157 hannoversche Neugeborene werden damit durchs Leben gehen.

Bärbel Hilbig 02.01.2014