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Aus der Stadt Pseudo-Unfall: Seniorin auf Parkplatz abgezockt
Hannover Aus der Stadt Pseudo-Unfall: Seniorin auf Parkplatz abgezockt
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00:15 08.12.2017
Rechtsanwältin Susanne Frangenberg (r.) berät die 72-Jährige, die Opfer eines Trickbetrugs wurde. Quelle: Michael Zgoll
Hannover

 Eine Rentnerin ist Opfer eines ebenso seltenen wie seltsamen Trickbetrugs geworden. Ein Mann behauptete, sie habe ihn auf einem Möbelhaus-Parkplatz in Linden-Mitte mit ihrem Auto angefahren. Er werde aber auf eine Anzeige verzichten und auch kein Schmerzensgeld einklagen, wenn sie ihm 200 Euro zahle. Die völlig aufgelöste Frau willigte ein – was sie inzwischen bitter bereut. Da sich der Täter aber seinerseits überaus ungeschickt anstellte, ermittelt nunmehr die Polizei gegen ihn und seine Helfer. Der 72-Jährigen hilft das nur begrenzt: Sie ist seit der Abzock-Aktion völlig verängstigt, traut sich kaum noch in ihr Auto und mag nur noch gemeinsam mit ihrer Tochter einkaufen gehen. 

Angebliches Opfer am Boden 

Das kleine Drama spielte sich vor einem Monat an einem Dienstagnachmittag vor dem Poco-Einrichtungsmarkt an der Davenstedter Straße ab. Die Rentnerin aus Ahlem hatte einen Hocker gekauft, war in ihren 25 Jahre alten Golf gestiegen und rangierte behutsam rückwärts aus einem Querparkplatz heraus. Sie war erst einen halben Meter weit gerollt, als sie hinter ihrem Auto großes Geschrei vernahm. Die gehbehinderte Frau stieg aus und sah einen jungen Mann auf dem Asphalt liegen, der sich den Oberschenkel hielt.  

Fast zeitgleich näherte sich von der Seite ein ungefähr 40 Jahre alter Mann und behauptete, er habe beobachtet, wie die Seniorin den Jüngeren umgefahren habe. Sie hatte zwar keinen Aufprall gespürt, war aber völlig verstört. „Ich hatte sogar Todesangst“, berichtete die 72-Jährige der HAZ unter Tränen. Der Ältere habe ihr etwas von schweren Verletzungen und Verdienstausfall, von Polizei, Krankenhaus und Schmerzensgeldforderungen erzählt. Mit der Zahlung von 200 Euro könne sie sich aber allen Ärger vom Leibe halten. Die Rentnerin willigte ein, führte jedoch nicht so viel Geld mit sich. Der Mann telefonierte in einer ihr unbekannten Sprache – und plötzlich bog ein VW-Bus um die Ecke, in dem offenbar der Rest des Clans mit zwei Frauen und zwei Kindern saß. 

Seniorin notierte sich das Kennzeichen

Der Jüngere war inzwischen wieder genesen und bewegte sich ohne jegliches Humpeln zum Bus. Die Seniorin wurde in die Mitte genommen, dann fuhr man mit ihr in die Limmerstraße, wo sie von einem Automaten 200 Euro abhob – viel Geld für die wenig begüterte Frau. Auf dem Rückweg verlangte sie eine Quittung, die sie sogar bekam; skurrilerweise notierte das vermeintliche Unfallopfer den richtigen Namen und die korrekte Adresse. Weil die Frau zudem noch so geistesgegenwärtig war, sich das Autokennzeichen zu notieren, hatte die Polizei später ein paar Anhaltspunkte für weitere Nachforschungen in der Hand. 

Der ältere Mann soll bereits vorbestraft sein, der jüngere nicht. Rechtsanwältin Susanne Frangenberg will jetzt erreichen, dass die Ahlemerin auf zivilrechtlichem Wege ihr Geld zurückbekommt und die zwei Männer wegen Betrugs vor Gericht gestellt werden. „Es ist perfide, die Unsicherheit und Ängste älterer Leute derart auszunutzen“, schimpft die Juristin. Sie sei aber dankbar, dass sich die Seniorin trotz ihrer starken Verunsicherung traue, ihr Erlebnis öffentlich zu machen – schließlich gehe es darum, andere potenzielle Opfer vor dieser Masche zu warnen.

Von Michael Zgoll

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