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Aus der Stadt Seniorin geht gegen Pflegezentrum vor
Hannover Aus der Stadt Seniorin geht gegen Pflegezentrum vor
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00:33 27.02.2015
Von Michael Zgoll
Eine 75 Jahre alte Frau muss sich vielleicht bald vor Gericht verantworten. Quelle: Symbolbild
Hannover

Doch wie sich in der Verhandlung bei Amtsrichter Koray Freudenberg herausstellte, überzieht die 75-jährige Hausbewohnerin das auf einem früheren Kasernengelände befindliche Pflegezentrum schon seit Jahren mit Beschwerden, fühlt sich von Patienten wie Personal gleichermaßen belästigt. Um ihre aktuellen Vorwürfe zu untermauern, fälschte sie sogar ein ärztliches Attest und nötigte den Pfleger, indem sie ihn aussperrte.

Laut Anklage war der Streit im Januar 2014 entbrannt, weil der Pfleger und eine Kollegin Müll im Fahrstuhl des Hauses hinunterbrachten. Der 75-Jährigen ist diese Praxis schon länger ein Dorn im Auge. Auch stört sie sich daran, dass sie in Treppenhaus und Fahrstuhl gelegentlich auf schwerverletzte Unfallopfer und Wachkomapatienten stößt; zudem würden Patienten ihren Angaben zufolge oft ruhestörenden Lärm verursachen.

Die Privatsphäre dieser Menschen scheint die Wohnungseigentümerin allerdings nicht zu respektieren. So soll sie Schwerverletzte, die neu in das Pflegeheim aufgenommen wurden, aus nächster Nähe gefilmt haben.

Im Zuge der Auseinandersetzungen im Januar habe der Krankenpflegehelfer sie derart heftig zu Boden gestoßen, so die Klage der Hausbewohnerin, dass sie eine Riss-Quetsch-Wunde an der Lippe sowie diverse Blutergüsse und Prellungen an verschiedenen Körperteilen erlitten habe. Später habe sie den 58-Jährigen jedoch ausgesperrt, indem sie die Haustür vor seiner Nase abschloss.

Der Pfleger und seine Kollegin bestritten vor Gericht, der Seniorin an diesem Tag überhaupt begegnet zu sein. Drei selbstgefertigte Fotos, die die Frau vorlegte, zeigten lediglich ein wenig Schorf an einer Lippe - aber keine der behaupteten Prellungen. Die drei von ihr vorgelegten Atteste stammten aus einem Zeitraum von drei Monaten und enthielten unterschiedliche Angaben. In ein Dokument hatte sie - wie sie selbst zugab - ein Datum ihrer Wahl eingesetzt, ein anderes beruht möglicherweise auf Verletzungen, die sich die Frau bei einem späteren Unfall zugezogen hatte.

Der Anwalt des Pflegers warf der Seniorin vor, seit Langem eine verleumderische Kampagne gegen das Pflegeheim zu führen. Der Richter sagte der alten Dame ebenfalls ein paar passende Worte: „Es ist eine Unverschämtheit, wie Sie hier mit strafwürdigen Methoden versuchen, Ihre Interessen durchzusetzen.“ Das von der Frau veränderte Attest beschlagnahmte Freudenberg sicherheitshalber gleich im Gerichtssaal - als mögliches Beweisstück.

Heute gibt es einen neuen Anlauf, einen Investor für die insolventen Gewerbeareale des Lindener Ihme-Zentrums zu finden. Kurz vor der Zwangsversteigerung im Amtsgericht distanziert sich jedoch ein Interessent, der bisher in Kreisen der Wohnungseigentümer als heißer Kandidat für den Einstieg gehandelt wurde.

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