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Aus der Stadt Serienräuber verängstigt die City-Händler
Hannover Aus der Stadt Serienräuber verängstigt die City-Händler
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00:18 06.03.2015
Von Tobias Morchner
Mit diesem Foto sucht die Polizei nach dem mutmaßlichen Räuber.
Mit diesem Foto sucht die Polizei nach dem mutmaßlichen Räuber. Quelle: Polizei/HAZ
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Hannover

Die Serie von Überfällen auf Geschäfte in der City, begangen von einem etwa 50 Jahre alten Mann mit Ohrenklappenmütze, hält die Händler weiter in Atem. Am Montagabend erfolgte die sechste Tat innerhalb von nur drei Wochen. Wie in den übrigen Fällen zuvor ging der Mann erneut kurz vor Ladenschluss auf Beutezug. Diesmal hatte er sich die Filiale einer großen Reinigungskette in der Georgstraße ausgesucht. Er bedrohte eine Mitarbeiterin mit einer Schusswaffe und verlangte Geld. Doch anders als bei den übrigen fünf Taten schlug dieser Versuch fehl. Als eine weitere Mitarbeiterin auf den Überfall aufmerksam wurde, wiederholte der Räuber, der akzentfrei deutsch spricht, zwar zunächst seine Forderung. Als die beiden Angestellten jedoch nicht unmittelbar darauf eingingen, flüchtete er ohne Geld. Bei den übrigen Taten hatte er nach HAZ-Informationen je dreistellige Bargeldbeträge erbeutet.

Der Beutezug des bislang Unbekannten begann mutmaßlich am 10. Februar. Damals überfiel er ein Geschäft am Raschplatz. Es folgen die Überfälle auf ein Sonnenstudio in der Hamburger Allee, auf ein Schuhgeschäft in der Schillerstraße, auf ein Geschenkartikelladen in der Rathenaustraße und schließlich auf den Outletstore von Horstmann & Sander in der Georgstraße.

„Der Täter hat die Frequenz, mit der er vorgeht, deutlich erhöht“, sagt Martin Prenzler von der City-Gemeinschaft. Offenbar suche sich der Unbekannte gezielt kleinere Geschäfte für die Überfälle aus und meide die Läden, die Sicherheitsdienste beschäftigten. Die Geschäftsleute seien wegen der Vorfälle verunsichert. Bereits nach dem dritten Überfall habe er die rund 500 Mitglieder der City-Gemeinschaft per Mail über die Machenschaften des Manns mit der Mütze informiert. „Die Schreiben enthielten die Fahndungsfotos des Täters und Verhaltensregeln für die Händler, die wir vom Zentralen Kriminaldienst der Polizei erhalten haben“, sagt Prenzler. Die Geschäftsleute wurden so unter anderem darauf hingewiesen, im Fall eines Überfalls den Forderungen nachzukommen und kein Risiko einzugehen. „Er ist immerhin bewaffnet, und niemand kann vorhersagen, wie er reagiert, wenn er sich in die Enge getrieben fühlt“, sagt Prenzler.

Auch die Polizeidirektion arbeitet „mit Hochdruck“ an der Aufklärung. Zu konkreten Ermittlungsansätzen äußerte sich die Polizei nicht. Sichtbar sind Handzettel mit einem Zeugenaufruf zu dem Fall, die in der Einkaufsmeile ausgehängt sind. Der Räuber ist etwa 1,75 bis 1,80 Meter groß und schlank. Er war stets mit einer dunklen Jacke, einer ebensolchen Hose und der auffälligen Mütze mit fellbesetzten Ohrenklappen bekleidet. Hinweise erbittet die Kripo unter Telefon (05 11) 1 09 55 55.

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