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Aus der Stadt Sieben Containeranlagen geplant
Hannover Aus der Stadt Sieben Containeranlagen geplant
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21:31 18.12.2014
Von Andreas Schinkel
In der Fuhsestraße in Leinhausen werden derzeit die ersten Container, sogenannte Modulbauten, für den Einzug von Flüchtlingen hergerichtet. Quelle: Michael Wallmueller
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Hannover

Die Quote gilt für einen Zeitraum bis September 2015. Doch es sind weitaus mehr Menschen, für die Hannover noch Platz schaffen muss. Das bisherige Kontingent hat die Stadt noch nicht erfüllt, 400 Flüchtlinge aus der alten Quote müssen zur neuen Quote hinzugezählt werden. „Damit ergibt sich für die Landeshauptstadt eine Zuteilung von voraussichtlich 2600 Flüchtlingen bis Ende September“, teilt Stadtsprecher Dennis Dix mit.

Derzeit leben rund 2000 Flüchtlinge in städtischen Einrichtungen. Das sind Gemeinschaftswohnheime, Wohnungen und betreute Wohnprojekte. Die Kapazitäten sind längst ausgeschöpft, sodass inzwischen sogar Sporthallen als Quartier dienen. Allein in diesem Jahr musste die Stadt mehr als 750 Menschen unterbringen. Pro Woche bitten bis zu 80 Menschen um Unterkunft. Manchmal stehen Gruppen von Flüchtlingen von einem Tag auf den anderen vor den Türen der Stadtverwaltung. Das liegt daran, dass auch die Kapazitäten in den Auffanglagern des Landes Niedersachsen erschöpft sind. „Wenn wir neue Flüchtlinge in den Lagern aufnehmen müssen, sind wir gezwungen, andere Menschen rasch zu den Kommunen zu schicken“, sagt ein Ministeriumssprecher.

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Man erwarte, dass die Zahl der Flüchtlinge weiter steigt

Für die Stadt Hannover kommt erschwerend hinzu, dass die Menschen länger als üblich in den kommunalen Einrichtungen leben. Das ist auf den angespannten Wohnungsmarkt zurückzuführen, hat aber auch damit zu tun, dass die Neuankömmlinge immer seltener auf ein Netzwerk von Freunden und Angehörigen zurückgreifen können. Die Menschen aus Syrien, Nordafrika und dem Irak sind häufig allein in einer für sie neuen Stadt. Mit Prognosen für das kommende Jahr ist die Verwaltung vorsichtig. „Wie viele Flüchtlinge in einem Jahr von der Stadt untergebracht sein werden, lässt sich heute nicht genau sagen“, sagt Baudezernent Uwe Bodemann. Er geht davon aus, dass einige Flüchtlinge die Unterkünfte verlassen und ein eigenes Dach über dem Kopf finden. Man erwarte aber, dass die Zahl der Flüchtlinge weiter steigen werde. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die geplanten Modulbauten zu errichten“, sagt Bodemann.

Damit meint der Baudezernent Wohncontainer für Flüchtlinge, die an insgesamt sieben Standorten aufgestellt werden. Die Containeranlagen bieten Platz für jeweils rund 100 Menschen. In der Fuhsestraße in Leinhausen hat die Stadt jetzt die ersten Container platziert. Im Januar sollen dort die Flüchtlinge einziehen, wie ein Stadtsprecher auf Nachfrage der HAZ mitteilt. Ein weiterer Standort in Anderten werde derzeit hergerichtet. Die Stadt lässt Leitungen verlegen und Anschlüsse montieren.

Gesundheitskarte für Flüchtlinge: Das Land will die medizinische Versorgung von Asylsuchenden verbessern. Der Landtag hat gestern beschlossen, Flüchtlingen eine Gesundheitskarte auszustellen, um bürokratische Hürden abzubauen. Getestet wird die Karte in Hannover. Bisher müssen Asylsuchende beim Sozialamt einen Schein beantragen, um sich behandeln lassen zu können. „Die Einführung einer Gesundheitskarte ist längst überfällig“, sagt Grünen-Migrationsexpertin Freya Markowis. Jetzt sei es endlich möglich, im Krankheitsfall unkompliziert zu helfen, sagt ihr Kollege von der SPD, Lars Kelich.

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