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Aus der Stadt Siloah sorgt sich wegen Flüchtlingsheim
Hannover Aus der Stadt Siloah sorgt sich wegen Flüchtlingsheim
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21:18 12.11.2015
Das frühere Container-Krankenhaus beherbergt bald Flüchtlinge. Quelle: Surrey
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Hannover

Rund 240 Flüchtlinge werden bald in direkter Nähe zum Klinikum Siloah leben: Ab nächsten Dienstag ziehen sie in das frühere Container-Krankenhaus auf dem Klinikgelände in Linden-Süd. Im Stadtteil hat sich bereits ein breites Willkommensnetzwerk mit fast 200 Unterstützern gebildet. Die Klinikleitung indes sieht dem Wohnheim mit gemischten Gefühlen entgegen. „Wir haben etwas Sorge, wie die Zusammenarbeit hier funktioniert. Und das ist auch legitim“, sagte Thomas Moesta, Ärztlicher Direktor im Siloah bei einer Anwohnerveranstaltung mit rund 150 Interessierten, zu der Oberbürgermeister Stefan Schostok und Bezirksbürgermeister Rainer-Jörg Grube eingeladen hatten.

Die Pläne der Stadt sehen vor, dass in der nächsten Woche zunächst 185 Menschen in das frühere Behelfsbettenhaus einziehen. Neben drei Großfamilien sind das vor allem junge Männer, die derzeit in Turnhallen untergebracht sind. Wer das Heim betreiben wird, steht allerdings noch nicht fest – die Bewerbungsfrist ist erst am Mittwoch abgelaufen. Schostok versicherte bei der Veranstaltung in der Cafeteria des Siloah, dass der Betreiber noch rechtzeitig benannt werde.

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Klinikdirektor Moesta sieht in dieser kurzfristigen Lösung ein Problem. „Wir hätten uns frühzeitig einen Ansprechpartner gewünscht“, sagte er der HAZ. Ziel sei es, mit dem Betreiber abzusprechen, wie sich ein „für beide Seiten funktionierendes Miteinander“ organisieren lasse. Das gelte vor allem für den Eingangsbereich und die Cafeteria des Krankenhauses, die von Patienten und Besuchern genutzt werden. „Es geht nicht darum, dort Flüchtlinge des Feldes zu verweisen, aber die Kapazitäten sind begrenzt“, sagte Moesta. Nun überlege man, die Flüchtlinge mit einem „freundlichen Anschreiben für die Prozesse in einem Krankenhaus zu sensibilisieren“.

Bezirksbürgermeister Grube kann die Vorbehalte nicht verstehen. In den vergangenen Wochen habe es bereits regelmäßige Treffen mit der Klinikleitung, der Stadt und Vertretern des Hilfsnetzwerkes gegeben, bei denen Informationen ausgetauscht wurden. In dem Wohnheim sollen sieben Sozialarbeiter eingesetzt werden; rund um die Uhr wird es einen Wach- und Schließdienst geben. „Ich bin zuversichtlich, dass sich hier alles sehr gut einspielen wird“, sagt Grube.

Wie lange das Container-Krankenhaus als Flüchtlingsunterkunft gebraucht wird, steht laut Schostok noch nicht fest. Die Stadt hat das Gebäude von der Region Hannover bis Ende 2019 gemietet. Danach soll es abgerissen werden.

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