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Aus der Stadt Simone Müller wollte sich trennen
Hannover Aus der Stadt Simone Müller wollte sich trennen
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08:48 04.07.2009
Von Vivien-Marie Drews
Quelle: Tim Schaarschmidt

Demnach trug Simone Müller einige Male auch körperliche Verletzungen davon. Die Polizei vermutet, dass K. hinter Müllers Verschwinden stecken könnte – und sie möglicherweise umgebracht hat.

Simone Müller war am Abend des 4. August 2007 vom Straßenstrich in der Herschelstraße verschwunden. „Wir können allerdings nicht ganz ausschließen, dass Simone noch am Leben ist“, sagte am Freitag Polizeisprecherin Petra Holzhausen. Nach derzeitigem Ermittlungsstand spielte die Prostituierte offenbar mit dem Gedanken, sich abzusetzen.

Sie wollte sie nach einem Urlaub in Österreich offenbar nicht mehr zu Dirk K. zurückkehren. Möglicherweise plante die damals 31-Jährige, Deutschland gemeinsam mit ihrer zehnjährigen Tochter ganz zu verlassen. „Ein Urlaub stand am Tag ihres Verschwindens unmittelbar bevor“, sagte Holzhausen.

Eines aber lässt die Ermittler an der Theorie, dass Simone Müller ein neues Leben begann, zweifeln. „Sie hat ihre Tochter zurückgelassen. Das passt nicht“, sagte Holzhausen. Das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter sei sehr innig gewesen. Die Zwölfjährige, deren Vater nicht Dirk K. ist, lebt inzwischen in einem Heim. Berichte, dass Dirk K. Müllers Zuhälter gewesen sei, wies die Polizei zurück.

„Als Zuhälter kann man ihn nicht bezeichnen“, sagte Holzhausen. Es gebe keine Hinweise darauf, dass er von Müller Geld eintrieb. Auch soll er seine Freundin nicht zur Prostitution gezwungen haben. „Er hat eine Beschützerrolle eingenommen.“ So begleitete Dirk K. seine Lebensgefährtin täglich nach Hannover. Mit einem Fernglas in der Hand, behielt er Simone Müller stets im Blick, wenn sie zu Freiern in den Wagen stieg.

In seinem Rover wartete er vor der Pension in der Bödekerstraße, in der Müller mit ihren Kunden abstieg. Ausgerechnet an dem Tag, an dem Müller verschwand, will er das nicht getan haben. Gegenüber der Polizei machte er jedoch unterschiedliche und widersprüchliche Angaben dazu, wie er den 4. August 2007 verbracht hatte.

Fest steht, dass er ohne Simone Müller in die gemeinsame Wohnung nach Engehausen (Kreis Soltau-Fallingbostel) zurückkehrte – und auf dem Weg dorthin auch den Mittellandkanal im Bereich Vahrenwald passierte. Dort will die Polizei am Montag die Suche nach der Leiche von Simone Müller fortsetzen.

Möglicherweise, so die Annahme der Ermittler, entsorgte Müllers Mörder ihre Leiche in einer Reisetasche. „Es fehlt eine Tasche aus ihrem Besitz“, sagte Holzhausen. Die Polizei sucht weiterhin dringend nach Zeugen. Einzelheiten zu dem Fall können auf der Internetseite der Polizei unter dem Stichwort Fahndung nachgelesen werden.

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