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Aus der Stadt Viel Skepsis zu Waterloo-Plänen
Hannover Aus der Stadt Viel Skepsis zu Waterloo-Plänen
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00:17 03.06.2017
Von Conrad von Meding
Die Visualiserung: So könnten die Gebäude am Waterlooplatz (Mitte) und am Friederikenplatz (links der Mitte) stehen. Stadtplaner ernst Futterlieb stellt das Konzept beim Infoabend des Bürgerbüros Stadtentwicklung vor. Quelle: Conrad von Meding
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Hannover

Am Ostrand des Waterlooplatzes Gebäude für preiswerte Mietwohnungen schaffen, dafür den Platz nach Westen auf Kosten von zwei Fahrspuren der Lavesallee erweitern - diese Idee von zwei hannoverschen Planern hat gestern auf den Internetseiten der HAZ wenig Begeisterung aufgelöst. Die Kommentare reichten von Verärgerung über immer neue Bebauungskonzepte für öffentliche Plätze bis zu ironischen Anmerkungen, demnächst werde der Schützenplatz bebaut oder der Maschsee zugunsten einer Baufläche zugeschüttet.

Auch in der Kommunalpolitik gab es spontan eher ablehnende Haltungen. SPD-Baupolitiker Philipp Kreisz etwa weist darauf hin, dass der Platz unter Denkmalschutz steht. Im Grundsatz müsse zwar für das Schaffen von Wohnraum auch weitere Verdichtung im Stadtinneren geprüft werden, "beim Waterlooplatz selbst bin ich jedoch skeptisch, was die Akzeptanz angeht". Man werde aber das Gespräch mit den Initiatoren suchen. Patrick Döring (FDP) findet: "Eine wachsende Stadt braucht Wohnraum - das schützt vor steigenden Mieten." Dafür kämen in einer bebauten Stadt nun einmal nur Plätze, Kleingärten oder Gewerbeflächen infrage. Ob allerdings "der Waterlooplatz dafür die erste Wahl ist, wage ich zu bezweifeln".

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CDU-Baupolitiker Felix Blaschzyk meint zwar, dass es unbedingt Veränderungen am Waterlooplatz geben müsse. "Brutalismus in Form von riegelartigen Blockbauten ist allerdings die falsche Antwort." Eine künftige Entwicklung müsse "der Bedeutung des Ortes Rechnung tragen". Auch Elisabeth Clausen-Muradian (Grüne) plädiert für eine Neukonzeption des Platzes. Eine Wohnbebauung findet sie wenig sinnvoll - unter anderem, weil der Platz dann für laute Veranstaltungen nicht mehr nutzbar sein werde.

Die Idee für die Bebauung stammt von zwei Planern, die bis vor kurzem in den Verwaltungen von Stadt und Land für Planungen verantwortlich waren. Ernst Futterlieb war fast 40 Jahre lang im Stadtplanungsamt tätig, Klaus Heinzel beim Staatshochbauamt des Landes für Hochschulbauten zuständig. Beide haben beim Bürgerbüro Stadtentwicklung ein Konzept vorgestellt, wie sich preiswerter Wohnraum in urbaner Lage erstellen lässt. Alle Grundstücke am Waterlooplatz und am benachbarten Friederikenplatz sind in öffentlicher Hand und könnten preiswert vergeben werden an einen Investoren, der im Gegenzug preiswerte Mieten garantiert. zudem könne wegen der benachbarten U-Bahnstation auf Tiefgaragen verzichtet werden, was Kosten senkt. Der Platz selbst werde nicht kleiner, versprechen sie: Durch eine Verengung der bisher sechsspurigen Lavesallee könne die Dimension der Grünfläche erhalten bleiben, sodass insgesamt etwa 350 preiswerte Wohnungen erstellt werden könnten.

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