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Aus der Stadt So bunt war das Fest der Kulturen
Hannover Aus der Stadt So bunt war das Fest der Kulturen
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18:56 20.08.2017
Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

Musik, die Grenzen sprengt, ein Markt als Weltreise und junge Zukunftsvisionen: Das Fest der Kulturen hat auf dem Trammplatz wieder Tausende angelockt. Der Versuch von Trittbrettfahrern, mit einer Internet-Falschnachricht Unruhe zu stiften (Text dazu auf Seite  9) habe keine sichtbaren Auswirkungen gehabt, sagte Christoph Sure vom Raschplatz-Pavillon, der für das Bühnenprogramm verantwortlich zeichnet. „Natürlich haben einige Leute die Fake-News mitbekommen, das war hier Thema“, sagt Sure. „Aber es gab eher Verärgerung darüber, dass Menschen versuchen, Ängste zu schüren, als dass deshalb jemand wegblieb: Nach unserem Eindruck ist es am Sonntag sogar eher voller gewesen.“

Musik, die Grenzen sprengt, ein Markt als Weltreise und junge Zukunftsvisionen: Das Fest der Kulturen beginnt mit einer Vielzahl von Eindrücken.

Bei dem internationalen Kulturfest spielen Bands etwa aus der Karibik, aus Peru, der Mongolei, dem Iran, Ghana, Zimbabwe oder Burkina Faso. Auf einer Tanzbühne zeigten mehr als zwei Dutzend Ensembles aus aller Welt traditionelle und moderne Choreografien. Die Gruppe Adesa aus Ghana begeisterte mit Artistik und Clownerie.

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Ein Bereich für Jugendliche lud zum kreativen Ausdruck von Zukunftsvisionen, Kulturvereine informierten über ihre Heimat – und machten sie durch traditionelle Speisen erlebbar. Aber auch lokale Organisationen waren präsent. So lud etwa der Freundeskreis Hannover zum Gespräch ein – direkt neben einem Zelt, in das die Deutsch-Jemenitische Gesellschaft mit landestypischen Süßigkeiten lockte.

Ein ukrainischer Verein bot Kaffee und Kuchen gegen Spende an, der Afrikanische Dachverband Norddeutschland hinterfragte koloniale Denkmuster, die Föderation Türkischer Elternvereine machte sich für Bildung stark, der Deutsch-Japanische Freundschaftskreis erstellt Manga-Porträts und erklärte japanisches Schach. Überall duftete es verführerisch nach Spezialitäten mit ungewohnten Zutaten und Namen.

In einem großen Becken frittieren Bananenstücke, zwei Gerichte aus Ghana heißen Puff Puff und Red Red, und an einem indischen Stand wacht eine kleine Statue des elefantenköpfigen Gottes Ganesha über Teller und Pfannen. Das friedliche Neben- und Miteinander steht im Mittelpunkt – sogar bei den beiden großen Volksparteien, die die Öffentlichkeit nutzen, um Seite an Seite Wahlkampf zu betreiben: Die Windräder, die sie verschenken, unterscheiden sich nur in ihrer Farbe.     

Von Thomas Kaestle