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Aus der Stadt Die Domotex in Hannover beginnt
Hannover Aus der Stadt Die Domotex in Hannover beginnt
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00:16 16.01.2017
Von Conrad von Meding
Jürgen Dahlmanns mit Technik-Teppich.
Jürgen Dahlmanns mit Technik-Teppich. Quelle: Rainer Droese
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Hannover

Zum Beispiel kann man sich einen handgeknüpften Perserteppich vom Perser Hossein Rezvani (Halle 17) bestellen. „Wir sind die einzigen, die echte Perserteppiche mit modernen Designs und einer Million Knoten pro Quadratmeter anbieten“, sagt der 40-Jährige, der den ursprünglich eher traditionell ausgerichteten elterlichen Betrieb kräftig umgekrempelt hat. Solch ein Teppich kostet allerdings schnell auch 30.000 Euro. Dafür komme er wirklich aus dem Iran und nicht aus China wie die meisten anderen Teppiche, verspricht Rezvani. Und immerhin: Er hat auch einfachere Stücke dabei.

Viel schriller, aber nicht handgeknüpft kommen die getafteten Teppiche von „Rugster-Designer“ Jürgen Dahlmanns (Halle 17) daher. Wortreich kann der 49-Jährige erzählen, wie die Maschinen in China vielfältige Muster in hohem Tempo in die Teppiche kleben. „Eigentlich predige ich die Schönheit der Handgewebten, die mit den Familien altern und Patina ansetzen - aber die Getafteten haben ihren ganz eigenen Designreiz“, sagt Dahlmanns. Sie sind deutlich billiger, aber haben nach 20 Jahren ihre Lebenserwartung erfüllt.

Wer jetzt schon wissen will, was in wenigen Monaten in der Einrichtungsbranche an Bodenbelägen und Wandverkleidungen der Trend ist, kann sich am Wochenende auf der Domotex umtun, Hannovers internationaler Messe. 1400 Aussteller aus mehr als 60 Nationen zeigen in zwölf Hallen, was angesagt ist.

Großer Trend auf der Domotex aber sind in diesem Jahr die Designböden (Halle 9), also Kunststoffböden, die nach Holz, Fliesen oder anderen Materialien aussehen. Bei Classen etwa gibt es jetzt das neue Material Ceramin, das sich wie Fliesen auf Böden oder an Wänden anbringen lässt, dank eines Kunststoff-Mineralgemisches aber viel leichter ist. Floorify aus Belgien zeigt laminatähnliche Bodenbeläge aus hochstrapazierbarem Vinyl, mit Klick zu verlegen, aber viel haltbarer, sagt Inhaber Peter Buyck. Bei Forbo aus den Niederlanden werden hochwertige Linoleumbeläge mit geschroteten Kakaoschalen versetzt – so wird Abfall upgecycelt und es entsteht ein Produkt mit Pfiff. Sehenswert.

Bis Dienstag geöffnet. Tageskarten kosten 30 Euro.

Tobias Morchner 13.01.2017