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Aus der Stadt “So darf man nicht mit Helmut Schmidt umgehen"
Hannover Aus der Stadt “So darf man nicht mit Helmut Schmidt umgehen"
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19:01 02.06.2016
Altkanzler Gerhard Schröder. Quelle: dpa
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Hannover

Altkanzler Gerhard Schröder hat deutliche Worte für das Zögern seiner Genossen gefunden, in Hannover eine Straße nach seinem verstorbenen Amtsvorgänger Helmut Schmidt zu benennen. “In dieser Weise darf man nicht mit dem Andenken von Helmut Schmidt umgehen. Das sage ich als sein Nachfolger im Amt des Bundeskanzlers – als jemand, der ihn kritisiert, aber auch verehrt hat. Das sage ich auch als Ehrenbürger dieser Stadt", erklärte Schröder gegenüber der HAZ. Mit Blick auf die Debatte der SPD-Hannover um die Rolle Schmidts als Wehrmachtsoffizier sagte Schröder weiter: "Für mich gibt es keinen Anlass, an der Integrität dieses großen Staatsmannes zu zweifeln."

In Richtung seiner zögerlichen Genossen fügte er hinzu: "In Hamburg wird ein Flughafen auf den Namen Helmut Schmidt benannt werden, in vielen anderen Städten wird es Helmut-Schmidt-Plätze und Straßen geben. Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit, dass auch in unserer Landeshauptstadt ein öffentlicher Ort nach ihm benannt wird.“

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SPD-Bezirksbürgermeister Lothar Pollähne hatte die Bedenken geäußert, dass Altkanzler Helmut Schmidt Zeit seines Lebens Nachfragen zu seiner Rolle als Wehrmachtsoffizier unbeantwortet gelassen hatte. Auch SPD-Ratsfraktionschefin Christine Kastning zeigt sich eher abwartend: „Bevor man eine Straße nach ihm benennt, muss man sich mit der Persönlichkeit auseinandersetzen, es wird eine wissenschaftliche Diskussion stattfinden.“

mbb/frs

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