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Aus der Stadt So dreckig ist Hannovers Luft an Silvester
Hannover Aus der Stadt So dreckig ist Hannovers Luft an Silvester
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00:15 02.01.2018
Hannovers Innenstadt wird wie hier in der Georgstraße auch in der anstehenden Silvesternacht wieder ordentlich qualmen.  Quelle: Hagemann
Hannover

  Das Umweltbundesamt hat errechnet, dass in Deutschland in der ersten Stunde des neuen Jahres bis zu 17 Prozent der jährlich im Straßenverkehr erzeugten Feinstaubmenge durch die Feuerwerkerei in die Luft gelangt. In Hannover kann man das zuverlässig ablesen, wenn man sich die Kurven der Schadstoffmessstelle an der Göttinger Straße anschaut. 2011 beispielsweise haben sich die Feinstaubwerte binnen Minuten fast verdreifacht, 2016 weit mehr als verdoppelt. Wieviel davon länger in der Luft schweben bleibt, hängt von der Wetterlage ab.

Die Feinstaubbelastung in Hannover in der Silvesternacht. Quelle: Birgit Dralle-Bürgel

Was die Grenzwerte angeht, ist der atemwegsschädigende Feinstaub in Hannover im Gegensatz zur Stickoxid-Belastung schon seit Jahren kein Problem mehr. Vor allem die Umweltzone, aber auch Tempolimits auf einigen Durchgangsstraßen sowie intelligentere Ampelschaltungen haben sich ausgezahlt. Trotzdem appellieren sowohl das Umweltbundesamt als auch der Abfallzweckverband Aha an die Hannoveraner, sich bei der Böllerei zurückzuhalten oder sogar ganz darauf zu verzichten. Sie verweisen dabei nicht nur auf die Luftverschmutzung, sondern auch auf die Lärmbelästigung, die Brandgefahr, die Verletzungsgefahr und den Tierschutz.

Ob das auf Gehör stößt, ist mehr als fraglich. In den vergangenen Jahren haben die Umsätze beim Feuerwerksverkauf zu Silvester nach Angaben des Verbandes der pyrotechnischen Industrie trotz aller Aufforderungen zur Mäßigung eher zugenommen. Sie könnten in diesem Jahr erstmals die 140-Millionen-Euro-Marke erreichen. Wieviel davon auf Hannover entfällt, kann niemand sagen. Aha hat aber einen Indikator: „Bei der Reinigungsaktion am Neujahrsmorgen in der Innenstadt kommen in jedem Jahr ungefähr 50 Kubikmeter Müll zusammen“, sagt Sprecherin Helene Herich. Das spricht dafür, dass viele den Umweltgedanken in der Silvesternacht eher vernachlässigen.

Nie ist die Luft so giftig wie zu Silvester. Die zwei Grafiken zeigen die Feinstaubkonzentration vom 1. Januar 2017 kurz vor Beginn des Feuerwerks (links) und eine Stunde danach. 640 Mikrogramm in Hannover sind das 16-Fache des EU-Grenzwertes von 40 Mikrogramm.

Böllerfreie Zonen wie in einigen Fachwerkstädten oder solchen mit vielen Reetdachhäusern gibt es in Hannover nicht. Im vergangenen Frühjahr hatten die Grünen einmal so etwas angeregt – unter anderem mit Hinweis auf die nach oben schießenden Feinstaubwerte. „Es ist die Frage, ob viele, die lieber ihre Ruhe hätten, jedes Jahr das Vergnügen von einigen hinnehmen müssen“, sagte seinerzeit Parteichef Daniel Gardemin. Der Vorstoß verpuffte schnell. Die anderen Parteien wiesen erstens auf den Spaßfaktor hin und stellten zweitens die Frage, wie ein solches Verbot überhaupt umzusetzen und zu kontrollieren sei.

„In Hannover gelten die Vorschriften der Sprengstoff-Verordnung“, sagt Stadtsprecher Udo Möller. Die besagen, dass das „Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie besonders brandempfindlichen Anlagen verboten ist.“ Alles andere ist erlaubt.

Die Feinstaubdiskussion könnrte man übrigens Anfang April wiederholen. Dann werden die Osterfeuer brennen, und die treiben die Werte ähnlich zuverlässig nach oben wie das Silvesterfeuerwerk. CDU-Politiker hatten deshalb vor fünf Jahren die Stadt aufgefordert, weniger davon zu genehmigen. Das ist nicht passiert.

Von Bernd Haase

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