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Aus der Stadt So sehen die Adventskalender in Hannover aus
Hannover Aus der Stadt So sehen die Adventskalender in Hannover aus
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00:15 02.12.2016
24 Säckchen mit kleinen Geschenken. Bei den Adventskalndern lassen sich die Hannoveraner einiges einfallen. Quelle: dpa
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Hannover

Ein Blick in die vorweinachtliche Bastelwerkstatt zeigt: Die langen Tage bis Weihnachten lassen sich ganz einfach verkürzen. Schnell werden ein paar Säckchen an eine Schnur gehängt und fertig ist der Adventskalender. In manchen Familien bekommt jedes Kind einen eigenen, manchmal bastelt Mama auch nur, weil ihr das Einpacken so viel Spaß macht.

Für die Atmosphäre

Linda Ellesser (17) bastelt seit Jahren regelmäßig einen Adventskalender fürr ihre Mutter Katja. Quelle: Philip von Ditfurth

Der Adventskalender gehört zur Weihnachtszeit einfach dazu. Dass es nicht nur der im Supermarkt gekaufte Schokoladenkalender ist, sondern ein aufwändig selbst gemachter und mit Geschenken ausgestatteter, das hat bei Katja Ellesser auch mit der eigenen Kindheit zu tun. „Bei uns zu Hause war nicht viel mit solchen Traditionen, mit Gemütlichkeit, Heimeligkeit Da ist mir diese diese adventliche Athmosphäre in meinen eigenen vier Wänden um so wichtiger.“ Aufwändige Adventskalender hat sie schon für ihre Kinder Linda (17) und Leni (6) gebastelt. Einmal beispielsweise habe sie sogar Sterne von der Decke baumeln lassen und jeden einzelnen mit Glitzerpapier umwickelt, erzählt sie. Nichts bereite Kinder so schön auf Weihnachten vor, wie das Türchen öffnen. Ihre ältere Tochter Linda, hat sie nachhaltig von dieser Familientradition überzeugt. Die 17-Jährige bastelt – schon seit sie acht ist – auch jedes Jahr einen Kalender für ihre Mutter. Sie weiß, dass sie damit unter ihren Altersgenossen ziemlich einzigartig ist. „Viele haben mit Advent nicht mehr viel am Hut“, sagt sie. Sie schon: „Ich will meiner Mutter etwas zurückgeben.“

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48 Teile, zwei Schnüre

Heinrike und Malte Pfohl mit den Adventskalendern fuer ihre Kinder Mia und Enna. Quelle: Philipp von Ditfurth

Heinrike Pfohl ist in manchen Dingen eher der pragmatische Typ. So auch in Sachen Adventskalender. 48 Geschenke für ihre beiden Töchter Mia (9) und Enna (4) – das erschien ihr dann doch zuviel. Da würde doch auch ein Kalender für beide reichen – und jedes Kind würde an jedem zweiten Tag eine Tüte aufmachen: „Mal ehrlich“, sagt Pfohl trocken: Bei 48 Teilen, da ist doch auch Schrott dabei. Der fliegt später nur in der Wohnung herum“. Den Adventskalender nicht allein für sich zu haben, das hatte die 36-Jährige schon zu Hause gelernt. Mit den Eltern und dem Bruder hatte sie sich einen Adventskalender geteilt. „Jeder bekam sechs Geschenke, das war genug.“ Pfohl hatte die Rechnung allerdings ohne ihren Mann gemacht. Der 37-Jährige ist Einzelkind – und erinnert sich noch sehr gut daran, wie schön er es fand, jeden einzelnen Tag ein neues Türchen zu öffnen. Das wollte er auch so für seine Töchter haben. Am Ende setzt er sich durch. Die 48 Geschenke sind mittlerweile alle an zwei Schnüren in der Wohnung aufgehängt.

Freude beim Einpacken

Heike Sassmann präpariert den Adventskalender für ihre Kinder. Quelle: Philipp von Ditfurth

Im ersten Moment klingt es ganz selbstverständlich. Natürlich muss jedes Kind einen eigenen Adventskalender haben, sagt Heike Sassmann. Es sei doch gerade schön, dass jedes jeden Tag etwas zum Auspacken habe. Wenn man aber weiß, dass die 48-Jährige vier Kinder hat – einen Sohn (1 ½), und drei Töchter, 12 und 17 Jahre alt – dann sieht die Sache ein bisschen anders aus. Für vier Kinder muss Heike Sassmann immerhin 92 Geschenke packen. Ihr macht das nichts. Im Gegenteil: „Bei mir ist schon beim Einkaufen und beim Einpacken die Freude groß, wenn ich mir vorstelle, wie die Kinder ihre Geschenke finden“. Die 24 Säckchen, in jedem Kalender füllt Sassmann in diesem Jahr mit dicken Buntstiften, Kakaosticks oder Duplosteinen für den Sohn und Armbändern Lippenstiften, Kosmetikprodukten und Deko für die größeren Töchter. Adventskalender haben in ihre Familie zudem Tradition. Sie selbst hat sogar noch einen Aventskalender von der Großmutter zu Hause. „Ich mag einfach die Stimmung, die dann jeden Morgen in der Adventszeit herrscht. “ Das sei eine schöne Vorbereitung auf Weihnachten.

Säckchen für jedes Kind

Juliane Böttger bastelt Adventskalender für ihre beiden Kinder Lilith und Bennit. Quelle: Philipp von Ditfurth

Sie sollen fürs Leben halten. Fürs Kinderleben jedenfalls – oder zumindest eine lange Zeit. Als Tochter Lilith 2 1/2 Jahre alt war, hat Juliane Böttger, 33, ihr den ersten Adventskalender genäht. Nach dem Prinzip einer Patchworkdecke, aufwändig, mit den aufgestickten Buchstaben ihrer Tochter. Bruder Bennit ist jetzt anderthalb – und wird in diesem Jahr zum ersten Mal auch seine eigenen kleinen Säckchen öffnen können. „Er ist fast noch ein bisschen klein dafür“, sagt Böttger: „Aber meine Tochter fände es sicher total ungerecht, wenn er keinen hätte.“ Den Adventskalender gestalten, das bedeutet für sie, den Kindern in der Vorweihnachtszeit noch einmal auf eine besondere Weise zu widmen sagt sie. Weihnachten soll nicht nur ein Fest der Geschenke sein. Der christliche Gedanke, das was Weihnachten eigentlich bedeute, sei auch wichtig. „Dass man das erklärt und auch ein bisschen lebt, geht schon in der Adventszeit los.“

Von Jutta Rinas

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