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Aus der Stadt Kreative Bekenntnisse zur Stadt
Hannover Aus der Stadt Kreative Bekenntnisse zur Stadt
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00:15 05.12.2014
Beim HAZ-Forum sprachen Händler aus Hannover über die Heraosforderung der lokalen Geschäfte durch das Netz. Quelle: Tobias Kleinschmidt
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Hannover

Mehr als 220.000 Menschen kamen am Wochenende in die Innenstadt. Viele davon besorgten sich direkt erste Weihnachtsgeschenke. Und doch bereitet vor allem der Onlinehandel durch Unternehmen wie Amazon und Zalando dem stationären Handel Probleme. Beim HAZ-Forum diskutierten daher am Dienstag der Geschäftsführer der City-Gemeinschaft, Martin Prenzler, mit Buchhändler Dirk Eberitzsch, der auch Sprecher der Händlervereinigung Lister Meile ist, und Jürgen Weitz, Inhaber des gleichnamigen Porzellan- und Haushaltsgeschäftes.

Kaufen Sie ihre Weihnachtsgeschenke online oder in Hannovers Innenstadt? Die lokalen Kaufhäuser verlieren durch das Internet an Umsatz. Doch was heißt das für Hannovers Fußgängerzone? Darüber diskutierten am Dienstagabend HAZ-Leser mit Experten aus der Stadt.

Sie sprachen vor allem über die Herausforderung für lokale Geschäfte durch das Netz. Moderator Conrad von Meding zitierte dazu den HDE-Geschäftsführer Stefan Genth. Der Online-Handel sei eine Gefahr für vitale und attraktive Innenstädte. Man müsse gemeinsame Wege suchen, denn ohne Handel veröden die Städte. „So schwarz würde ich die Situation für Hannover nicht beschreiben“, widersprach Prenzler. Ja, der Online-Handel wächst.

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In manchen Bereichen macht er 18 Prozent der Umsätze aus. „Aber die Innenstadt bietet mehr als stringent geführte Einkaufserlebnisse, man kann sich dort frei bewegen, entdeckt Sachen, hat haptische Einkaufserlebnisse. Diese müsse man nur richtig vermitteln.“ Für Eberitzsch ist das Internet nicht der erklärte Gegner. Darum biete er längst Bestellmöglichkeiten online an.

„Es kann aber nicht Ziel sein, die Innenstadt wie ein Internetportal aufzubauen.“ Eberitzsch bietet Beratung, mittlerweile 60 Veranstaltungen wie Lesungen oder Kochabende im Jahr, Service, wie sie große Ketten nicht bieten können, die den kleinen Buchhandel lange zerstört haben. Auch Weitz sieht die Gefahren des Internethandels. „Ich bin mit Herz Hannoveraner, ich möchte das die Stadt attraktiver wird. Wir brauchen Sauberkeit, Investitionen in Pflaster, liebevolle Gestaltung und ein Bekenntnis der Politik zur Innenstadt.“ Auch das Publikum brachte sich am Abend immer wieder mit neuen Ideen ein: reservierbare Parkplätze, eine Lagerung von Einkäufen, Bringdienste, die Waren am Tag selbst aus der Innenstadt nach Hause bringen. „Wir haben viel zu tun“, sagte Prenzler, durchaus optimistisch gestimmt.

Jan Sedelies

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