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Aus der Stadt So küssen die Hannoveraner
Hannover Aus der Stadt So küssen die Hannoveraner
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14:32 06.07.2017
Ein Kuss kann viel bedeuten.
Ein Kuss kann viel bedeuten. Quelle: dpa/Montage
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Hannover

Küssende Personen sind in der Öffentlichkeit keine Seltenheit: Ein Paar küsst sich, Eltern küssen ihre Kinder, gute Freunde geben sich zur Begrüßung einen Kuss. Die Gründe für einen Kuss können sehr unterschiedlich sein.

„Küssen sorgt für kleine Glücksmomente im Alltag“, findet zum Beispiel der Hannoveraner Horst Stryga. Vor 70 Jahren haben sich er und seine Partnerin Heidi Brockmann zum ersten Mal geküsst. 45 Jahre später haben sie wieder zusammen gefunden. Und auch heute genießen die beiden die Nähe zueinander: „Wir küssen uns mehrmals täglich, zum Aufstehen oder wenn unsere Musik läuft“, sagt Brockmann und erklärt: „Die Küsse wecken alte Erinnerungen. Für mich gehört das einfach zum Leben dazu“.

"Immer noch etwas Besonderes"

Die Bedeutung von Küssen beim Kennenlernen können auch Christoph und Mariana Drangmeister bestätigen. Ihr erster Kuss hat vor vier Jahren stattgefunden. „Wir waren damals ein bisschen betrunken“, geben sie etwas verlegen zu. Aber: „Es war trotzdem eine wunderschöne Erfahrung.“ Ihrer gemeinsamen Zukunft hat das Erlebnis auf keinen Fall geschadet – mittlerweile sind die beiden verheiratet und glückliche Eltern. Welche Bedeutung haben die Küsse heute für sie? „Ob als Ritual vor dem Einschlafen oder spontan, wenn wir uns küssen ist es immer noch etwas Besonderes“, erzählt Mariana Drangmeister.

Julia Mattus ist mit ihren beiden Kindern Hannah und Til auf dem Schützenfest unterwegs. Für sie sind Küsschen seit der Geburt ihrer Tochter vor fünf Jahren fester Bestandteil der Erziehung: „Wie oft ich meinen Kindern einen Kuss gebe, kann ich gar nicht zählen. Das kann beim Kuscheln sein, auf dem Schoß oder einfach ohne Grund - man will ja schließlich zeigen, dass man sich lieb hat.“

Ein Tag für den Kuss

Ob filmreif, skurril oder skandalös: Hinter manchem Kuss steckt mehr als nur eine Liebesbekundung.

Jedes Jahr am 6. Juli taucht der Kuss wieder in den Nachrichten auf, denn dann ist Welttag des Kusses. Seit den 1990er-Jahren hat er seinen eigenen "Feiertag". Und auch wenn der Kuss häufig eine Sache von Minuten, vielleicht auch nur Sekunden ist, haben Forscher schon einige interessante Fakten herausgefunden: So neigt die Mehrheit der Menschen beim Küssen ihren Kopf nach rechts, die Mehrheit der Frauen schließt ihre Augen beim Küssen, während die Männer ihre Partnerin lieber anschauen.

Doch Kuss ist nicht gleich Kuss: Manche bleiben für immer im Gedächtnis. Küssen ist eine der schönsten Nebensachen der Welt. Häufig vergisst man währenddessen alles um sich herum. Doch wie oft küssen sie am Tag? Stimmen Sie ab!

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Keine Romantik in der Tierwelt

Weniger romantisch geht es dagegen im Zoo Hannover zu. „Verliebtes Knutschen gibt  es in der Tierwelt fast nicht“, sagt Zoologe Fabian Krause. Am ehesten würden die Zwergschimpasen, oder Bonobos, ihre Zuneigung durch sanfte Lippenberührungen signalisieren. Und das sogar ganz menschenähnlich auch zum Spaß. Doch was zwischen anderen Mutter-Affen und ihren Jungen wie liebevolles Gebussel aussieht, dient eher dem Nahrungsaustausch als einer Geste der Verbundenheit.

„Küsse sind bei Tieren oft nur ein Erkennungszeichen“, sagt Krause und nimmt den verzückten Besuchern die Illusion, dass die Präriehunde total verliebt ihre Schnauzen aneinanderreiben. „Sie versuchen über den Geruch ihre Gruppe zu finden“, so der Zoologe. Und wenn sich die sympathischen Erdhörnchen im wahrsten Sinne des Wortes nicht riechen können, folgt auf den sanften Nasenstupser auch schnell ein Beißreflex. Liebevoll sieht anders aus.

Was beim Menschen ein liebevolles Lippenbekenntnis ist, dient in der Tierwelt dem Nahrungsaustausch oder dem gegenseitigen Erkennen. Verliebtes Knutschen gibt es im Zoo Hannover nicht.

Und auch wenn die Elefanten zärtlich ihre Rüssel verknoten, signalisiere das eher die Zugehörigkeit zu einer Gruppe als eine sexuelle Anziehung. „Zuneigung zeigen Tiere meistens mit viel Körperkontakt“, sagt der Zoologe. Wenn sich Großkatzen wie Tiger und Löwen gern hätten, kuschelten sie sich aneinander. "Und Pinguine, die sich mögen, machen sich Geschenke", sagt Krause.

Sportlich und gesund

Wissenschaftlern zufolge kann Küssen das Immunsystem stärken und Stress abbauen. Nach Erkenntnissen von US-Forschern produziert der Körper beim Küssen chemische Substanzen, die die sogenannten Killerzellen aktivieren. Sie stürzen sich auf schädliche Bakterien oder Viren und vernichten sie. Zudem trainiert man beim Küssen alle 34 Gesichtsmuskeln. Manche Mediziner warnen aber auch davor, dass gefährliche Viren übertragen werden können. Warum geküsst wird, ist in der Wissenschaft umstritten. Eine Theorie geht davon aus, dass das Küssen von der Brutpflege kommt, andere sehen eher sexuelle Wurzeln.

Von Julia Polley, Philipp Westphal und Linda Tonn