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Aus der Stadt Granaten und Munition gestohlen? Soldat versetzt
Hannover Aus der Stadt Granaten und Munition gestohlen? Soldat versetzt
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00:17 13.07.2017
Ein Soldat aus der  Emmich-Cambrai-Kaserne soll Munition und Granaten gestohlen haben.  Quelle: HAZ/Archiv
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Hannover

Der 29-jährige Soldat aus der Emmich-Cambrai-Kaserne, der Tausende Patronen und mehrere Granaten gestohlen haben soll, ist nach wie vor im Dienst. Das bestätigte das Kommando Streitkräftebasis der HAZ. „Er ist allerdings nicht mehr in seiner bisherigen Funktion tätig“, sagt ein Sprecher aus Bonn. Der Beschuldigte müsse derzeit für weitere Ermittlungen und Fragen verfügbar sein. Mit der Versetzung soll allerdings sichergestellt werden, dass der 29-Jährige keine Spuren verwischen kann. „Er scheint seine Aufgabe schließlich missbraucht zu haben“, so der Sprecher weiter.

Die Bundeswehr macht darüber hinaus keine weiteren Angaben. „Wir ermitteln aber mit Hochdruck“, sagt der Sprecher. Bisher ist bekannt, dass der 29-Jährige einen Mannschaftsdienstgrad hat und an der Schule für Feldjäger und Stabsdienst in der Emmich-Cambrai-Kaserne stationiert war. Welche Funktion er dort bekleidete und seit wann, dazu äußert sich die Bundeswehr mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen vorerst nicht.

Staatsanwaltschaft übernimmt Ermittlungen

Unterdessen hat die Polizei Hannover ihre Ermittlungsergebnisse bereits an die Staatsanwaltschaft übergeben. „Es gab Durchsuchungen sowohl in der Kaserne, als auch in den Wohnungen“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Klinge. Der 29-Jährige habe einen Haupt- und einen Nebenwohnsitz. „Der Beschuldigte hat wohl erklärt, sich vorerst nicht zu äußern“, sagt Klinge. Dem Soldaten wird ein Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vorgeworfen.

Der 29-Jährige soll 2321 Patronen Gefechtsmunition für Handwaffen, 630 Patronen Übungsmunition und fünf Übungsgranaten gestohlen haben. Die Beute lagerte der Soldat offenbar in seinem Spind. Der Diebstahl fiel erst vergangene Woche Dienstag auf, als er einer Kameradin anbot, mit der gestohlenen Munition zu schießen. Die Soldatin meldete den Vorfall stattdessen.

Von Peer Hellerling

Tobias Morchner 13.07.2017
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