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Aus der Stadt „Soll das etwa fertig sein?“
Hannover Aus der Stadt „Soll das etwa fertig sein?“
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00:27 16.06.2014
Von Conrad von Meding
Der Blick auf den schwarzgrauen Beton ist freigelegt: Die Fassade des Anbaus am Sprengel Museum muss noch fertig geschliffen werden. Quelle: Michael Thomas
Hannover

36 Millionen Euro kostet die Erweiterung des hochklassigen Museums, auch die Außenhaut sollte der besonderen Ausstrahlung des international renommierten Museums gerecht werden. „Soll das etwa fertig sein?“, fragt eine Spaziergängerin ungläubig angesichts der schlichtgrauen Betonoberfläche. Nein, beruhigt Architekt Matthias Rühl: Ganz fertig ist die Fassade noch nicht: „Es fehlen noch die Feinarbeiten.“

Dass das Gerüst  schon jetzt in Teilen abgebaut wurde, ist einzig dem Bauablauf geschuldet. Die Stadtwerke mussten mehrere Versorgungsleitungen legen, da war das Gerüst im Weg. Es wird jetzt wieder aufgebaut. „Wenn es dann in zwei oder drei Wochen wieder abgebaut wird, dann ist die Fassade fertig und es sind höchstens noch kleinere Nacharbeiten nötig“, verspricht Architekt Rühl.

Doch jetzt beginnt zunächst die Endbearbeitung der Betonwände. Es handelt sich um Werkstein, ein besonderes Gemisch aus Beton und mineralischen Zuschlägen. Die äußersten fünf Millimeter werden gerade heruntergeschliffen. Dieser Grobschliff macht viel Staub, der die Fassade derzeit gescheckt aussehen lässt. Nach der Reinigung aber hat sie ihre endgültige Optik erreicht. Dann erfährt nur noch das Relief, ein hervorgehobenes Betonband auf der Fassade, einen Feinschliff, der eine besondere Marmorierung des schwarzen Materials mit helleren Partikeleinschlüssen zutage treten lassen soll – in etwa so wie auf vielen Treppenstufen in Fünfziger-Jahre-Wohnhäusern. „Wir sind selbst sehr gespannt, wie die fertige Fassade aussehen wird, und haben gemeinsam mit der für die Steinarbeiten zuständigen Firma Hinze viel gelernt“, sagt Architekt Rühl.

Um die Fassade des Museumsbaus hatte es schon heftige Debatten gegeben. Die Architekten Meili + Peter hatten den Wettbewerb für die Museumserweiterung ursprünglich mit dem Entwurf einer Spiegelfassade gewonnen. Die Jury bat aber um Nachbesserung, stattdessen wurde schließlich auch aus Kostengründen die schwarze Betonfassade gewählt. Jetzt zählt diese Konstruktion nicht nur zu den Kostentreibern am Bau. Es gibt sowohl in der Bevölkerung als auch bei Architekten Zweifel, ob der schwarzgraue Monolith am Maschsee eine stadtgestalterische Bereicherung sein wird. Die Architekten haben versprochen, dass der Bau hochklassig aussehen wird. In einigen Wochen können sich die Hannoveraner nun selbst ein Bild davon machen.

Das Sprengel Museum

Hannovers Sprengel Museum gilt als eines der bedeutendsten Museen für moderne Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts. Die Schwerpunkte liegen im deutschen Expressionismus und der französischen Moderne. Basis ist eine Schenkung der Schokoladenfabrikanten und Kunstmäzene Margit und Bernhard Sprengel aus dem Jahr 1969. Der erste Bauabschnitt wurde 1979 eröffnet, der zweite 1992. Danach wartete Hannover auf den dritten Bauabschnitt. Er wird derzeit realisiert und vergrößert das Museum um insgesamt etwa 30 Prozent. Die Kosten steigen kontinuierlich – von ursprünglich öffentlich kommunizierten 25 Millionen Euro auf die aktuelle Summe von mittlerweile 36 Millionen Euro. Baustart war Ende 2012, Eröffnung soll nun im Jahr 2015 sein.

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