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Aus der Stadt Hanebuth-Ermittlungen vor dem Abschluss
Hannover Aus der Stadt Hanebuth-Ermittlungen vor dem Abschluss
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00:16 12.10.2014
Von Tobias Morchner
Frank Hanebuth bei seiner Festnahme auf Mallorca im Sommer 2013. Quelle: dpa
Madrid/Hannover

Dann steht möglicherweise fest, was die Staatsanwaltschaft in Madrid Frank Hanebuth, dem bekanntesten der insgesamt mehr als 20 Verdächtigen der Hells Angels in dem Verfahren, konkret zur Last legt.

Der 50-jährige ehemalige Chef des hannoverschen Ortsvereins der Rocker sitzt weiterhin in Cádiz in Untersuchungshaft. Er gilt bei den spanischen Behörden als der Drahtzieher der Gruppe, die in Drogen- und Menschenhandel, Geldwäsche und Waffengeschäfte verstrickt sein soll. Neben Hanebuth sitzen auch sein langjähriger Freund Paul E., der wegen eines Venenleidens den Spitznamen Thrombose-Paul trägt, und der Deutsch-Marokkaner Khalil Y. ein. Alle übrigen Verdächtigen, die nach den Durchsuchungen auf Mallorca am 23. Juli 2013 ebenfalls in Untersuchungsgefängnissen gelandet waren, sind bereits wieder auf freiem Fuß, wie erst jetzt bekannt geworden ist.

Wie die „Mallorca Zeitung“ unter Berufung auf einen Gerichtssprecher berichtet, mussten einige der aus der Haft Entlassenen eine Kaution hinterlegen, andere nicht. Als Auflage hatten die Männer erhalten, dass sie Spanien vorerst nicht verlassen dürfen. Unter den Verdächtigen, die ihre Gefängniszelle räumen durften, befindet sich nach HAZ-Informationen auch ein weiteres ehemals ranghohes Mitglied der hannoverschen Hells Angels. Es wurde bereits vor 14 Tagen auf Kaution aus der Haft entlassen.

Der Schritt der spanischen Strafverfolger, die meisten der Tatverdächtigen aus der U-Haft zu entlassen, kann zweierlei bedeuten. Entweder konnte der dringende Tatverdacht gegen sie nicht aufrechterhalten werden. Oder die Ermittler konzentrieren sich auf die Köpfe der Gruppe, um ein langes, zeit- und kostenintensives Verfahren zu verhindern. Die Staatsanwaltschaft in Madrid war am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Zehn Jahre lang hatten Frank Hanebuth und seine Höllenengel das Steintorviertel kontrolliert. Als der Druck der Polizei auf die Rocker im Jahr 2011 zu groß wurde, zog sich Hanebuth aus dem Rotlichtquartier zurück. Ein Jahr später löste er überraschend das Charter der hannoverschen Hells Angels auf. Auf Mallorca wollte er sich neu orientieren. Auf der Insel ließ er sich zum Chef der dortigen Rocker-Zweigstelle machen, plante die Eröffnung eines Gastronomiebetriebes und überlegte ernsthaft, seine Lebensgefährtin und seinen Sohn nachzuholen. Dieser Plan scheint geplatzt zu sein.

Derzeit deutet alles darauf hin, dass die spanischen Behörden ihm den Prozess machen wollen, was wiederum heißt, dass die Ermittler aus ihrer Sicht handfeste Beweise gegen den einst einflussreichen Höllenengel in der Hand haben müssen.

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