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Aus der Stadt Sparkasse hilft Flüchtlingen
Hannover Aus der Stadt Sparkasse hilft Flüchtlingen
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00:15 09.11.2015
Die Sparkasse will Flüchtlingen helfen. Quelle: Ralf Decker
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Hannover

Die Sparkasse Hannover hat nach Angaben ihres Vorstandsvorsitzenden Heinrich Jagau lange nach Möglichkeiten zum Engagement für Flüchtlinge gesucht. „Wir wollten etwas machen, was zur Marke und zu unserem Selbstverständnis als öffentliches Unternehmen passt“, sagt der Vorstandsvorsitzende Heinrich Jagau.

Jetzt sind zwei Betätigungsfelder abgesteckt. Das Geldhaus fördert in den kommenden drei Jahren in der gesamten Region Sprachkursprogramme mit insgesamt 300 000 Euro. Außerdem richtet es in der Stadt Hannover sogenannte Bürgerkonten für Flüchtlinge ein. „Ein Girokonto erlaubt ihnen, am Geld- und Wirtschaftsverkehr teilzunehmen“, betont der Sparkassenchef.

Sprachkurse: Neben der Unterkunftsfrage ist die Integration von Flüchtlingen ein ständiges Thema. Dreh- und Angelpunkt dabei sei die Sprache, sagt Heinrich Jagau. Jeder Tag ohne Deutschkenntnisse bedeute für Asylanten einen Tag mehr in der Isolation: „Die gesellschaftlichen und volkswirtschaftlichen Folgen können wir uns nicht leisten.“
Für die Sprachprogramme gibt die Sparkasse das Geld, die Koordination übernimmt die Region Hannover. „Wir verteilen die Mittel in den Städten und Gemeinden nach dem jeweiligen Bedarf vor Ort“, erklärt Regionspräsident Hauke Jagau (die Namensgleichheit mit dem Bankmanager ist Zufall). Dabei gibt es kein festgelegtes Schema, weil die Voraussetzungen unterschiedlich sind. In einigen Städten könnten zum Beispiel die Volkshochschulen Sprachkurse anbieten, in anderen nicht, weil es dort keine gibt. Außerdem soll das Geld auch bei praktischen Problemen helfen – beispielsweise, um Transport- oder Kinderbetreuungskosten während der Unterrichtszeiten zu finanzieren. Die 300 000 Euro stammen aus dem Ertrag der Sparkassenlotterie „Sparen und Gewinnen“.

Bürgerkonten: Sparkassen sind die einzigen Banken, die in der Regel jedem ein Konto gewähren. Im Prinzip gilt dies auch für Flüchtlinge, wenn diese erfasst sind und die Notunterkünfte verlassen haben. In der Praxis ist die Kontoeinrichtug bisher häufig an Formalitäten gescheitert. Wegen des großen Bedarfs hat die Bankenaufsicht jetzt die Voraussetzungen für Flüchtlings-Bürgerkonten gelockert. Zur Eröffnung reicht eine provisorische Meldebescheinigung der Ausländerbehörde.
Die Konten sollen nicht nur Asylbewerbern die Arbeit erleichtern, sondern auch dem Geldhaus: „An Tagen, an denen in unseren Filialen in der Bahnhofstraße, am Geha-Platz und in Davenstedt Bargeld ausgezahlt wurde, haben sich dort lange Schlangen gebildet“, berichtet Heinrich Jagau. Bis Jahresende will die Sparkasse an drei Sonnabenden Sonderschichten für die Flüchtlingsberatung einlegen. Mitarbeiter hätten sich dazu freiwillig gemeldet.

Von Bernd Haase

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