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Aus der Stadt Spektakuläre Schau über die Indianer Kanadas
Hannover Aus der Stadt Spektakuläre Schau über die Indianer Kanadas
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19:09 16.04.2009
Von Mokassins bis Masken: Am 26. April öffnet die Ausstellung "Indianer Kanadas" im Landesmuseum. Quelle: Rainer Surrey
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"Sun Calf“ und „Grasshopper“ sind schon aus der Kiste raus. Nun stehen sie auf einem Schaumgummistreifen, der den Holzboden der Landesgalerie schützt, und lehnen an der Wand. Normalerweise hängen dort, im zweiten Stock des Landesmuseums, die Bilder der Postimpressionisten. Sie sind vorübergehend im Depot verschwunden, um 21 Indianer-Porträts des Malers Nicholas de Grandmaison (1892-1978) Platz zu machen. Im Rahmen der Ausstellung „Indianer Kanadas“ sind die Bilder als zusätzliches Element zu sehen. Doch während die beiden Indianer mit den poetischen Namen „Sun Calf“ („Sonnenkalb“) und „Grasshopper“ („Grashüpfer“) und ihre Kollegen schon ausgepackt sind, sieht es eine Etage tiefer noch ganz anders aus.

Dort, hinter den mit Spanplatten verhängten Türen, kreischen die Bohrmaschinen um die Wette. Bretter stapeln sich an der Wand, eine zusammengeklappte Hebebühne wartet auf ihren Einsatz. Handwerker stehen auf Leitern, sie schrauben, schleifen und hämmern noch auf die Schnelle neue Vitrinen zusammen. Zehn Schaukästen werden neu gefertigt, die übrigen stammen laut Museum aus dem Bestand. Sie erhalten lediglich einen frischen Anstrich. Quasi als Morgengabe hatte der neue Chef des Landesmuseums, Jaap Brakke, die vom Canadian Museum of Civilization konzipierte Ausstellung mitgebracht – und damit manchen Museumsmitarbeiter überrascht. Dass eine solch kurzfristige Planung viel Arbeit mit sich bringt, ist nun zu sehen. Dass sich die Ausstellung auch ziemlich aufwendig präsentieren wird, ist zu erahnen – zu den Kosten gibt es aber noch keine Angaben.

Vor vier Wochen hatten die Mitarbeiter damit begonnen, fast die gesamte Archäologie-Abteilung leer zu räumen, um Platz für die 800 Quadratmeter große Indianer-Schau zu schaffen. Etwa zur gleichen Zeit hatte Brakke selbst gesagt, dass es eigentlich unmöglich sei, ein solches Projekt in so kurzer Zeit zu stemmen. Da aber alle im Haus mit anpackten, sei es doch zu schaffen. Diese Einschätzung bewahrheitet sich jetzt: Alle Kräfte sind mobilisiert, um die Ausstellung bis zur Eröffnung am 26. April fertig zu bekommen. Immerhin: Die Objekte aus Kanada sind inzwischen eingetroffen – später als geplant, denn beim Zoll in Frankfurt hatte es Verzögerungen gegeben.

Nach und nach können die wertvollen Stücke jetzt aus den blauen Transportkisten entnommen werden – ganz gemächlich, denn sie müssen sich erst akklimatisieren. Wie ein neu gekaufter Goldfisch, der auch erst in seinem Beutel in den Teich gesetzt wird, um sich an seine neue Umgebung zu gewöhnen.

In einem abgedunkelten Nebenraum sind die elf Kisten mit den Ausstellungsstücken untergebracht. Auf einem Tisch liegen perlenverzierte Mokassins, zwei Kugelkeulen und eine mit Stachelschweinborsten bestickte Pferdetrense. Auch die Maske, mit der das Museum auf einem Plakat wirbt, ist schon ausgepackt. „Diese Masken aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert waren früher bei europäischen Sammlern besonders beliebt“, erklärt Jutta Steffen-Schrade, die Leiterin des Fachbereichs Völkerkunde im Niedersächsischen Landesmuseum – und zeigt auf die Objekte, ohne diese zu berühren.

Das bleibt den drei Mitarbeitern des Canadian Museum of Civilization, Martin Skeen, Caroline Marchand und Caroline Pilon, vorbehalten. Aus „versicherungstechnischen Gründen“ legen allein die Kanadier Hand an die Ausstellungsstücke, erklärt Steffen-Schrade. Sie haben die Exponate aus ihrem Heimatland nach Hannover begleitet. Mit weißen Schutzhandschuhen ausgerüstet schauen Skeen, Marchand und Pilon nun vorsichtig nach, ob es den wertvollen Stücken auch gut geht. Sie werden auch diejenigen sein, die die Vitrinen später bestücken. Einstweilen verteilen sie Kopien der abfotografierten Objekte in denjenigen Schaukästen, die schon fertig sind.

Eine Etage höher, in der Landesgalerie, arbeiten Kurator Thomas Andratschke und sein Team an der Grandmaison-Ausstellung. Noch eine, höchstens zwei Stellproben, dann hängen die Bilder an der Wand – und der Elektriker kann kommen, um die Sicherheitsvorkehrungen zu treffen. „Noch haben wir keinen Zeitdruck“, sagt der Kurator. Schließlich haben sich „Sun Calf“ und „Grasshopper“ schon längst akklimatisiert.

Die Sonderausstellung „ Indianer Kanadas. Schätze des Canadian Museum of Civilization“ ist vom 26. April bis 2. zum August im Landesmuseum zu sehen. Der Eintritt kostet 7 Euro, ermäßigt 5 Euro. Familien zahlen 15 Euro. Sonntags wird es jeweils um 11.30 Uhr und um 15 Uhr Führungen geben. Die Teilnahme kostet 2,50 Euro zuzüglich zum Museumseintritt.

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