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Aus der Stadt Splitt legt die Rampen der Busse lahm
Hannover Aus der Stadt Splitt legt die Rampen der Busse lahm
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19:14 08.02.2015
Von Bernd Haase
Leider im Winter oft defekt: Rampe am Üstra-Bus. Quelle: Felix Küpper
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Hannover

„Wir kennen das Problem schon aus vergangenen Wintern. Wenn wegen Glätte Splitt gestreut wird, setzen sich die Körnchen in die mechanischen Teile und blockieren sie“, sagt Üstra-Sprecher Udo Iwannek. Derzeit werde in den Werkstätten der Reparaturdienst verstärkt. Die Reparaturen aber dauerten, weil die Anlagen komplett zerlegt werden müssten.

Vor drei Jahren hat ein wütender Rollstuhlfahrer in Linden Busse so lange am Wegfahren gehindert, bis die Polizei kam. Er ärgerte sich darüber, dass damals jede zehnte Busrampe defekt war. So weit ist der Konflikt in diesem Winter noch nicht gekommen - bei der HAZ aber haben sich Rollstuhlfahrer beschwert, die nicht ins Businnere kamen. „Innerhalb von drei Tagen ist mir das zweimal passiert. Den Fahrer hat das nicht interessiert. Er hat die Türen geschlossen und ist losgefahren“, berichtet ein Hannoveraner.

Gemäß den Üstra-Arbeitsanweisungen darf das nicht passieren.„Es gibt außen und innen an den Fahrzeugtüren Signalknöpfe für Fahrgäste, die auf die Rampen angewiesen sind“, sagt Iwannek. Könne der Fahrer die Rampe nicht bewegen, müsse er mit dem Fahrgast Kontakt aufnehmen. Es gebe dann mehrere Möglichkeiten: Entweder könne dem Betroffenen beim Einstieg geholfen werden, oder er werde gefragt, ob er auf den nächsten Bus warten wolle. Funktioniere beides nicht, müsse der Fahrer über Funk Hilfe anfordern - meist komme dann einer der für den Rollstuhltransport ausgelegten Taxibusse.

Die elektrischen Rampen sind, obwohl die Üstra vor deren Störanfälligkeit im Winter gewarnt hatte, auf ausdrücklichen Wunsch der Behindertenverbände in die Busse eingebaut worden. Alternative wären mechanische Vorrichtungen, die dann der Fahrer per Hand bedienen muss. Genau das lässt die Üstra mittlerweile in Bussen installieren, die sie neu beschafft - zusätzlich zu den elektrischen Rampen. „So etwas gibt es bei keinem anderen Verkehrsunternehmen“, sagt Iwannek.

Veronika Thomas 08.02.2015
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