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Aus der Stadt Sport wird teurer in Hannover
Hannover Aus der Stadt Sport wird teurer in Hannover
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00:15 15.10.2014
Von Andreas Schinkel
Hannovers Sportvereine werden künftig mehr zur Kasse gebeten.
Hannovers Sportvereine werden künftig mehr zur Kasse gebeten. Quelle: Robert Schlesinger
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Hannover

„Es passt nicht zusammen, dass der SSB steigende Hallenmieten kritisiert und nun selbst kräftig an der Kostenschraube dreht“, sagt CDU-Ratsherr Dieter Küßner. Sein Kollege von den Grünen, Mark Bindert, befürchtet weitreichende Veränderungen in der hannoverschen Vereinslandschaft. „Manche Sportvereine werden gezwungen sein, ihre Mitgliedsbeiträge um 50 Prozent zu erhöhen“, sagt er. Das wiederum könne Austrittswellen nach sich ziehen.

Tatsächlich bereiten die Ankündigungen von Stadt und SSB vielen Vereinen Sorgen. „Für uns wird es jetzt sehr eng“, sagt Peter Gehrke, Ehrenvorsitzender vom MTV Herrenhausen. Allein die zusätzlichen Überweisungen an den Stadtsportbund würden die Vereinskasse mit 500 Euro pro Jahr zusätzlich belasten. Hinzu kämen die gestiegenen Hallenmieten, deren Höhe für den MTV Herrenhausen noch nicht absehbar ist. Grundsätzlich hat sich die Stadt vorgenommen, Mehreinnahmen von einer halben Million Euro jährlich aus den Hallenmieten zu kassieren. Im Gespräch ist, die Stundenmiete etwa für eine kleine Turnhalle von derzeit 3,05 Euro auf 5 Euro zu erhöhen.

Ratspolitiker verstehen nicht, warum der Stadtsportbund angesichts des Spardrucks noch einen draufsetzt. „Die Höhe der neuen Beitragssätze ist nicht nachzuvollziehen“, sagt CDU-Mann Küßner. Bindert hält die neuen Tarife für „sozial unausgewogen“. Die Zahlungen an die Dachorganisation richten sich nach der Größe eines Sportvereins. Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden unterschiedlich veranschlagt. Für Kinder ist bisher eine Jahrespauschale von 95 Cent fällig, künftig sollen es 1,30 Euro sein. Bei Jugendlichen steigt der Betrag um 45 Cent, bei Erwachsenen um 35 Cent. „Es ist nicht einzusehen, warum ein Sportverein ausgerechnet für seine jüngeren Mitglieder stärker zur Kasse gebeten wird“, sagt Bindert. Zudem plant der SSB einen „Grundbetrag“ von 80 Euro jährlich für jeden Verein, der bei ihm Mitglied ist.

Die Präsidentin des SSB, Rita Girschikofsky, verteidigt die Pläne. „Wir haben die Beiträge seit zehn Jahren nicht mehr erhöht“, sagt sie. Um die Serviceleistungen für die Vereine aufrechterhalten zu können, sei für das Jahr 2016 ein Anstieg „zwingend“. Der SSB organisiert unter anderem Schulungen und gibt Zuschüsse bei der Sanierung von Sportstätten. Zugleich bekräftigt Girschikofsky ihre Kritik an den steigenden Hallenmieten. „Da werden wir mit der Stadt noch einmal sprechen“, sagt sie. Am kommenden Dienstag, 14. Oktober, werden die Sportvereine bei einer Tagung des SSB über die Beitragssätze entscheiden.

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