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Aus der Stadt Sportliche Hochstapler bei den "Dada-lympics"
Hannover Aus der Stadt Sportliche Hochstapler bei den "Dada-lympics"
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06:15 01.08.2012
Von Juliane Kaune
Konzentration: Marten Schlegel (rechts) muss sich gegen Robin Höning beim Miniturmbau geschlagen geben. Quelle: Körner
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Hannover

Gäbe es Wertungspunkte für die Originalität einer Veranstaltung, läge die hiesige Variante, die "Dada-lympics, mit Abstand an der Spitze. Denn sie verbindet Sportsgeist mit dem Geistesgut von Schwitters - bei dieser Kombination kann nur etwas nicht Alltägliches herauskommen.

Die „Dada-lympics“, die am Sonntag auf dem Rasen vor dem Wilhelm-Busch-Museum begonnen haben und noch bis zum 12. August laufen, möchten die Macher als eine unkonventionelle Würdigung des Dada-Erfinders Kurt Schwitters verstanden wissen. Der wäre dieses Jahr 125 Jahre alt geworden. Obendrein galt er als sportlich. Das passt. Den Teilnehmern soll der etwas andere Wettkampf vor allem eines bringen: Spaß.

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Seit Sonntag finden vor dem Wilhelm Busch Museum im Georgengarten die Hannover Dada Olympic statt.

„Hört mal alle zu“, ruft Lutz Woellert vom Kreativduo „Die Spielmacher“ ins Mikrofon. Auf seinem Shirt prangt das schwittersche Konterfei, das verschafft ihm einen gewissen Respekt. Bei der ersten Disziplin sollen alltägliche Dinge wie Eierbecher, Radiergummi, Feuerzeug, Schraubenmutter oder CD so gestapelt werden, dass möglichst hohe Türmchen entstehen. Die 20 Kontrahenten, die sich ohne jedes Training auf der Museumswiese eingefunden haben, geben alles. Konzentration, Fingerspitzengefühl und Taktik sind gefragt. Wer die wackelige Konstruktion zum Einsturz bringt, scheidet aus. Marten Schlegel hat in Robin Höning seinen Meister gefunden und muss ihm den Einzug ins Halbfinale überlassen. Dafür bleibt seine Freundin Christin Schiering im Rennen. Die darf sich als erfolgreiche Hochstaplerin an größeren Gegenständen versuchen. Nun müssen Klappstühle, Kochtöpfe, Bauhelme und Bierkisten möglichst standfest auf- und übereinander drapiert werden. So wachsen Kunstwerke in die Höhe, die an Schwitters’ Merz-Bauten erinnern und vom Publikum beklatscht werden. Christins Kreation lässt alle anderen hinter sich: Sie schafft den Einzug ins Finale - und gewinnt. Eine Medaille gibt es nicht, aber später einen Überraschungsspaziergang mit den „Spielmachern“.

Vier weitere Dada-Disziplinen haben sie und ihre Partner vom Kunstkollektiv „Twisch“ noch im Angebot. Als nächstes gilt es, am Freitag, 3. August, auf dem Hanomag-Gelände mit Wasser gefüllte Aquarien auf Fahrrädern zu transportieren. Und bis zum Ende der Olympischen Spiele wird munter weiter geschwittert.

Mehr steht auf www.dada-lympics.de.

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