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Aus der Stadt Sprengel-Anbau bekommt Betonfassade
Hannover Aus der Stadt Sprengel-Anbau bekommt Betonfassade
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13:59 31.08.2011
Von Andreas Schinkel
Die Computersimulation zeigt die Steinfassade des neuen Museumstraktes (rechts im Bild), der auf dem derzeitigen Parkplatz des Sprengel Museums entstehen soll.
Hannover

„Der neue Entwurf konterkariert das Museumsprojekt nicht, sondern bringt es weiter nach vorne“, sagte Prof. Adolf Krischanitz, Vorsitzender der Jury. Beton sei ein unterschätztes Material, das viele Möglichkeiten der Gestaltung biete. Kostenargumente hätten bei der Juryentscheidung eine untergeordnete Rolle gespielt. Die Stadt geht weiterhin davon aus, dass der Wechsel von Glas zu Beton 200.000 bis 300.000 Euro einspart.

Das neue Gebäude am Maschsee soll keineswegs eine glatte, strukturlose Steinfläche umhüllen. Der überarbeitete Entwurf der Schweizer Architekten sieht ein Fassadenrelief vor, in dem einzelne Segmente hervortreten. Zudem will man den Beton polieren und einfärben. Vorstellbar sei eine beige, dunkle oder grünliche Färbung, sagt der Juryvorsitzende. Anders als der erste Entwurf von Meili + Peter gewähren jetzt drei große Panoramafenster einen Blick auf den Maschsee. Die Innengestaltung des Anbaus bleibt im Wesentlichen unverändert, einen deutlichen Akzent setzen nach wie vor die gegeneinander versetzten Räume. „Der Bau ist wie ein Schrein. Die hochwertige Oberfläche der Fassade verweist auf den wertvollen Inhalt“, sagt Prof. Krischanitz.

Kulturdezernentin Marlis Drevermann wertet den neuen Entwurf als großen Fortschritt für das gesamte Projekt. Architekt Markus Peter hält sich mit seinem Urteil zurück, betont aber, dass er in den neuen Plänen auch Verbesserungen sehe. Ulrich Krempel, Direktor des Sprengel Museums, freut sich, dass die Größe der Ausstellungsfläche unverändert bleibt. Zudem sei der geschliffene Beton einer verspiegelten Glasfassade gar nicht so unähnlich. „Der polierte Stein reflektiert ja auch das Licht“, sagt er. Grünen-Fraktionschef Lothar Schlieckau, ebenfalls Mitglied der Jury, kann sich auch für die neue Fassade erwärmen. „Die Hülle mit ihren Reliefs ist weit attraktiver als der Begriff Betonfassade suggeriert“, sagt er.

Skeptischer äußert sich die niedersächsische Kulturministerin Johanna Wanka. Die endgültige Abkehr der Stadt vom ursprünglichen Siegerentwurf sei eine „überraschende Wende“, meint sie, zumal der künstlerische Anspruch einer Glasfassade überzeugt habe. Jetzt komme es darauf an, die Kosten für die neue Fassade verlässlich zu ermitteln.

Am Mittwoch beraten Wanka und Oberbürgermeister Stephan Weil darüber, wie sie mit dem Kostenanstieg von 3,5 Millionen Euro für das gesamte Bauprojekt umgehen. Wanka hatte bereits signalisiert, dass das Land zusätzlich mindestens eine Million Euro spendiert. Kulturdezernentin Drevermann betonte, dass sich Stadt und Land die Mehrkosten teilen müssten.

Wie die Fassade des Sprengel Museums aussehen könnte, zeigt das Kunstmuseum Liechtenstein.

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