Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Staatsanwaltschaft fordert zehneinhalb Jahre Haft
Hannover Aus der Stadt Staatsanwaltschaft fordert zehneinhalb Jahre Haft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:45 04.03.2015
Zehneinhalb Jahre Haft fordert die Staatsanwaltschaft im Prozess gegen Kriminalkommissar Detlev G.
Zehneinhalb Jahre Haft fordert die Staatsanwaltschaft im Prozess gegen Kriminalkommissar Detlev G. Quelle: Robert Michael
Anzeige
Dresden/Hannover

Im Mordprozess gegen einen Kriminalkommissar, der einen Geschäftsmann aus Hannover zerstückelt haben soll, hat die Staatsanwaltschaft zehneinhalb Jahre Haft gefordert. Die Anklage sah es als erwiesen an, dass der 57 Jahre alte ehemalige LKA-Beamte sein Opfer zur Befriedigung seines Geschlechtstriebs getötet sowie die Totenruhe gestört hat. Der Staatsanwalt selbst nannte die Forderung in seinem Plädoyer am Mittwoch vor dem Landgericht Dresden ungewöhnlich. Auf Mord steht in der Regel eine lebenslange Freiheitsstrafe. „Eine lebenslange Haftstrafe halte ich aber für unangemessen hart.“ 

Vergraben auf einem Grundstück im Erzgebirge finden Ermittler zahlreiche Leichenteile. Ein Polizist gesteht, einen anderen Mann getötet und zerstückelt zu haben – weil der das so wollte.

Als mildernd müsste die Tatsache bewertet werden, dass das 59 Jahre alte Opfer habe geschlachtet, zerstückelt und verspeist werden wollen. Das unterscheide den Fall erheblich von den üblichen Mordfällen, so der Staatsanwalt. Zudem habe sich der Angeklagte Detlev G. bisher nie etwas zuschulden kommen lassen. Der Staatsanwalt appellierte deshalb an das Schwurgericht, eine Strafmilderung „ernsthaft zu prüfen.“  Detlev G. soll im November 2013 einen Geschäftsmann aus Hannover zerstückelt und die Leichenteile im Garten seiner Pension im Gimmlitztal (Osterzgebirge) vergraben haben. Die Männer hatten sich zuvor in einem „Kannibalen“-Chat kennengelernt und per Mail verabredet. Der Angeklagte bestreitet die Tötung und gibt an, der 59-Jährige habe sich selbst stranguliert.  

Ein Polizist soll einen Geschäftsmann aus Hannover getötet, zerstückelt und vergraben haben. Anfang 2015 verurteilte das Landgericht Dresden den Kriminalbeamten deshalb zu achteinhalb Jahren Haft. Sehen Sie hier Bilder vom Prozess.

Der Angeklagte habe dem Geschäftsmann eine Schlinge um den Hals gelegt und sie an den Karabinerhaken einer Seilwinde geknotet. Das habe der 59-Jährige nicht selbst tun können, weil das Seil zu kurz gewesen sei, hieß es. Anschließend soll Detlev G. den elektrischen Seilzug betätigt und das Opfer nach oben gezogen haben. Er habe die gesamte Zeit über die Herrschaft über die Tat gehabt, so der Staatsanwalt. Die Nebenklage-Vertreter und die Verteidiger werden am 25. März ihre Plädoyers halten. Das Urteil soll am 1. April gesprochen werden.

dpa

04.03.2015
Aus der Stadt Warnstreiks im öffentlichen Dienst - 700 demonstrieren in Hannover
Jörn Kießler 07.03.2015
06.03.2015