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Aus der Stadt Staatskanzlei soll nach der Wahl erweitert werden
Hannover Aus der Stadt Staatskanzlei soll nach der Wahl erweitert werden
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12:37 05.11.2011
Von Klaus Wallbaum
Kleine Büros, lange Botenwege, zu wenig Stauraum: Die Staatskanzlei bleibt in der Planckstraße, aber Ministerpräsident McAllister bereitet sich auf einen Umbau vor.
Kleine Büros, lange Botenwege, zu wenig Stauraum: Die Staatskanzlei bleibt in der Planckstraße, aber Ministerpräsident McAllister bereitet sich auf einen Umbau vor. Quelle: Martin Steiner
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Hannover

Während die Landtagswahl in 14 Monaten schon jetzt ihre ersten Schatten wirft, bereitet sich Ministerpräsident David McAllister auf einen möglichen Umbau der Staatskanzlei vor. Die Nebengebäude der Regierungszentrale in der Planckstraße könnten abgerissen und durch einen Anbau ersetzt werden. „Die Entscheidung wird zwar erst nach der nächsten Landtagswahl fallen, aber das Baurecht sollte sich schon darauf einstellen – und das dauert“, sagte der Ministerpräsident gestern dieser Zeitung.

McAllister bat am Freitag seinen möglichen SPD-Herausforderer, Oberbürgermeister Stephan Weil, den Bebauungsplan für die Planckstraße zu ändern. Weils Sprecher Andreas Möser kommentiert das Vorhaben aufgeschlossen: „Die Überlegungen sind der Stadt bekannt. Wir werden die weiteren Gespräche konstruktiv begleiten.“ Steckt dahinter nun zwischen McAllister und Weil ein erstes gegenseitiges Fallenstellen, da sich doch beide demnächst in einem Vorwahlkampf gegenüberstehen könnten? Das ist unwahrscheinlich, vielmehr spult das Team des Ministerpräsidenten nur das bisherige Arbeitsprogramm ab: Nachdem der Eingang der Staatskanzlei umgestaltet wurde und nun mit dem Vordach recht repräsentativ wirkt (ein Projekt, das unter Ministerpräsident Christian Wulff begonnen wurde), will die Regierung jetzt Voraussetzungen für eine spätere Erweiterung schaffen. Dabei braucht man die Hilfe der Stadt, denn nur der Rat kann den Bebauungsplan ändern.

Vorgesehen ist, die Nebengebäude der Staatskanzlei in der Planckstraße nicht mehr als „allgemeines Wohngebiet“ zu widmen, sondern unter dem Titel „Gemeinbedarf Landesverwaltung“. Sie könnten dann später für einen Anbau an das Hauptgebäude weichen. Es handelt sich bei den Häusern in der Planckstraße 4, 5, 6 und 7 um frühere Wohngebäude, die seit vielen Jahren von der Staatskanzlei als Büros genutzt werden. Vieles ist hier sanierungsbedürftig. Oft sind die Büros zu klein, einige Beamte sitzen unter Dachschrägen, im Sommer wird es an einigen Stellen unerträglich heiß. Die Botendienste sind oft lange Zeit unterwegs, um Unterlagen innerhalb der Staatskanzlei hin- und herzutransportieren. Stauraum für Akten fehlt, einige Büros sind viel zu klein.

Schon vor zehn Jahren war über diese für einige Mitarbeiter schwer erträglichen Zustände berichtet worden, in der Zwischenzeit hat es auch kleinere Sanierungen gegeben, so wurde in einem Haus ein Dachgeschoss umgebaut. Wo Leitungen noch über Putz gelegt worden waren, hat man das inzwischen geändert. 2001 hatte der damalige Ministerpräsident Sigmar Gabriel allerdings noch den Plan verfolgt, eine neue Staatskanzlei am Friederikenplatz zu bauen, unweit des Landtags. Er griff damit auf alte Pläne aus dem Jahr 1960 zurück. Aber zu Gabriels Zeiten zeichnete sich dafür im Landtag keine Mehrheit ab, und sein Nachfolger Christian Wulff, heute Bundespräsident, beerdigte das Projekt dann. Er erklärte, für eine neue Staatskanzlei habe das Land kein Geld. McAllister wiederholt und unterstreicht das jetzt: „Jeglichen Überlegungen, die bisherige Staatskanzlei zu verlassen und woanders ein neues Gebäude aufzurichten, habe ich damit eine klare Absage erteilt.“ Es gehe allenfalls um einen Anbau an die bisherige Staatskanzlei, aber auch dafür solle lediglich das Baurecht bereitet werden: „Ob und wie gebaut wird, soll erst nach der Landtagswahl entschieden werden.“

Der Vorstoß von McAllister verdeutlicht aber einige ungelöste Probleme bei den repräsentativen Bauten des Landes. Während für die Staatskanzlei nunmehr klar zu sein scheint, dass sie dauerhaft in der Planckstraße bleibt, ist die Zukunft des Landtags-Plenarsaals nach wie vor ungeklärt. Eine konkrete Kostenschätzung sollte entwickelt werden zu der Frage, ob eine Sanierung des alten Oesterlen-Baus günstiger wäre als der Neubau des Glaspavillons vom Architekten Eun Young Yi, der den Wettbewerb gewonnen hatte. Verlässliche Zahlen liegen aber immer noch nicht vor.

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