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Aus der Stadt Staatsschutz ermittelt nach Anschlägen
Hannover Aus der Stadt Staatsschutz ermittelt nach Anschlägen
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00:15 06.01.2014
Von Tobias Morchner
Der Stein steckte noch in der Fensterscheibe: Erich Rickmann von der Naturfreundejugend vor der Geschäftsstelle in der Südstädter Stresemannallee. Quelle: Hagemann
Hannover

Die Experten für politisch motivierte Straftaten der Polizeidirektion Hannover haben die Ermittlungen in allen zwölf Fällen übernommen. Sie sollen überprüfen, ob es zwischen den Angriffen Zusammenhänge gibt.

In der Landeshauptstadt sind seit dem Herbst die Büros von FDP, Grünen, DKP, von der Naturfeundejugend und zwei Mal das der Jugendumweltgruppe Janun mit Steinen, Brandsätzen und anderen Gegenständen teils schwer beschädigt worden. In Pattensen verzeichnete die Behörde seit Anfang Oktober bislang acht Anschläge auf die dortigen Büros von SPD und CDU. Zweimal ist auch ein türkischer Imbiss Ziel eines Anschlags geworden. „Wir gehen davon aus, dass die Vorfälle in Pattensen zusammenhängen, können aber noch nicht sagen, ob sie auch etwas mit den Taten in Hannover zu tun haben“, sagt Polizeisprecher Holger Hilgenberg.

Zwei unbekannte Männer haben in der Nacht zum Donnerstag ein Parteibüro an der Göttinger Straße beschädigt. Sie warfen Scheiben ein und zerkratzten die Eingangstür.

FDP-Landesgeschäftsführer Robert Unkelhäuser, der bei einem der beiden Anschläge auf das Büro seiner Partei in der Walter-Gieseking-Straße zwei der Täter weglaufen sah, glaubt derzeit nicht an einen politischen Hintergrund der Taten: „Sollten die Ermittlungen der Polizei jedoch etwas anderes ergeben, kann man schon fast annehmen, dass die Angriffe von rechts gekommen sind.“ Ähnliche Befürchtungen hatte bereits Mark Bindert von der Jugendgruppe Janun geäußert, nachdem Unbekannte Mitte Dezember Brandsätze in die Räume des Vereins in der Südstadt geworfen hatten. Auch nach dem jüngsten Vorfall, dem Anschlag auf das Büro der DKP in Linden-Süd am frühen Donnerstagmorgen, wächst bei den Betroffenen der Verdacht, Opfer von Rechtsradikalen geworden zu sein. „Der Zusammenhang drängt sich auf, weil offenbar gezielt Räume etablierter Parteien und Organisationen dieses politischen Systems attackiert werden“, sagt Matthias Wietzer vom Kreisvorstand der Partei.

Bislang hat die Polizei bei ihren Nachforschungen keine konkreten Beweise gefunden, die auf einen rechtsradikalen Hintergrund der Anschläge hindeuten. Allerdings ist die Spurenlage an den jeweiligen Tatorten dem Vernehmen nach überschaubar. Ein Bekennerschreiben oder eindeutige Schmierereien an den Fassaden der Büros fehlen. Beim Anschlag auf die Jugendorganisation stellte die Polizei immerhin zwei Bierflaschen mit einem Benzin-Öl-Gemisch sicher, die glücklicherweise nicht explodiert waren. In der Nähe des DKP-Büros stießen die Ermittler auf ein Einbruchswerkzeug, das möglicherweise zum Einschlagen der Büroscheiben verwendet wurde. Hoffnung ziehen die Ermittler aus dem Umstand, dass die Täter in mindestens zwei Fällen von Zeugen beobachtet wurden. Nach dem Anschlag auf das Parteibüro in Linden-Süd flüchteten zwei Männer mit einem Fahrzeug vom Tatort.

Hannovers Bürgermeister Bernd Strauch (SPD) ist beunruhigt wegen der jüngsten Vorfälle: „Ich verfolge das mit einer gewissen Sorge.“ Der Politiker sieht in den Taten durchaus ein gemeinsames Muster. „Sie richten sich alle gegen engagierte Menschen in unserer Gesellschaft“, sagt er. Es habe bereits in der Vergangenheit Anschläge mit politischen Bezügen in Hannover gegeben, sagt Strauch und verweist unter anderem auf die drei Angriffe auf das Döhrener Wahlkreisbüro der Integrationsbeauftragten Doris Schröder-Köpf im Jahr 2012, die bis heute nicht aufgeklärt werden konnten. „Wir müssen solche Vorfälle ernst nehmen“, sagt Strauch.

Die Bäckerei der Schweizer Gastronomiekette Mövenpick in Stöcken sowie vier Brotkörbli-Geschäfte in der Region befinden sich in neuen Händen. Den Betrieb mit insgesamt 60 Mitarbeitern haben die Hannoveraner Christoph Meyer und Daniel Hoffmann übernommen.

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