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Aus der Stadt Drei bis vier Wochen Wartezeit auf Termin im Bürgeramt
Hannover Aus der Stadt Drei bis vier Wochen Wartezeit auf Termin im Bürgeramt
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06:00 20.06.2018
Für die Ferien in anderen EU-Ländern benötigen Kinder mittlerweile einen Reisepass.
Für die Ferien in anderen EU-Ländern benötigen Kinder mittlerweile einen Reisepass. Quelle: picture alliance / ZB
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Hannover

Kommende Woche beginnen die Sommerferien – wer bald in den Urlaub starten will und noch keinen Reisepass für sich oder die Kinder hat, hat ein Problem. Termine in den Bürgerämtern der Stadt gibt es erst in drei Wochen wieder, zum Teil auch erst in vier. Auch wer schnell ein Führungszeugnis benötigt oder einen Angelschein beantragen will, muss sich so lange gedulden. „Wir arbeiten daran, die Wartezeit zu verkürzen“, sagte ein Sprecher der Stadt. Derzeit bestehe ein hohe Nachfrage – die bevorstehende Urlaubszeit könne einer der Gründe dafür sein. „Viele stellen jetzt fest, dass der Pass abgelaufen ist.“

Wartemarken abgeschafft

Die Terminvergabe in den Bürgerämtern stand schon in der Vergangenheit in der Kritik. Die Stadt hatte vor etwas mehr als zwei Jahren das alte System der Wartemarken abgeschafft und auf eine telefonische, beziehungsweise Online-Terminvergabe umgestellt. Das war damit begründet worden, dass es die Wartezeit auf den Amtsfluren verkürzen sollte und den Besuch im Bürgeramt besser planbar mache. Tatsächlich sind Behördengänge seitdem fix erledigt – wenn man denn einen Termin bekommen hat.

Die Terminvergabe allerdings sorgte immer wieder für Probleme. Auch die telefonische Erreichbarkeit ließ hin und wieder zu Wünschen übrig. Derzeit beruht die lange Wartezeit nach Angaben des Stadtsprechers aus einem Mix an Gründen: hohe Nachfrage, einige Mitarbeiter seien im Urlaub, es gebe Krankheitsfälle und einige nicht besetzte Stellen.

Kein Termin bedeutet lange Wartezeit

Ordnungsdezernent Axel von der Ohe weist auf das neue Angebot in den großen Bürgerämtern Aegi und Podbi-Park hin, das als Reaktion auf Kritik im vergangenen Jahr eingerichtet wurde. Dort würden Bürgeranliegen auch ohne Termin bearbeitet. „Grundsätzlich muss niemand Sorge haben, dass ihm in eiligen Fällen nicht direkt geholfen wird.“

Diesen Hinweis findet man auch auf der Internetseite der Stadt: „Bitte beachten Sie dabei, dass es zu Wartezeiten kommen und Ihr Anliegen gegebenenfalls nicht am selben Tag erledigt werden kann.“ Man kann es auch mit den Worten einer Mitarbeiterin des Bürgeramtes formulieren: „Bringen sie etwas zu Essen und zu Trinken und ein gutes Buch mit.“

Im Umland ist es Glücksache

Wer im Umland von Hannover wohnt, hat es da mit etwas Glück besser. Die Regionskommunen arbeiten fast alle ohne Terminvergabe – und selbst dort, wo es wie in Burgwedel ein Online-Vergabesystem gibt, sind vor Ferienbeginn am 28. Juni auch noch Termine frei.

In Laatzen, Hemmingen, Garbsen und in der Wedemark zum Beispiel verzichten die Städte auf feste Termine – was den Gang zum Amt in der Tat weniger planbar macht als in der Landeshauptstadt: In Garbsen hieß es, man solle Montag- und Donnerstagnachmittag vermeiden. Eine Bürgeramtsmitarbeiterin in Hemmingen sagte: „Mal ist es leer, mal rammelvoll.“ Eine Mitarbeiterin der Wedemark erklärte: „Mittwochnachmittags warten Sie eine halbe Stunde. Wenn Sie morgens kommen, kann es sein, dass Sie gleich durchmarschieren.“ In Laatzen hieß es: „Wenn nicht gleich eine Busladung ankommt, geht es im Moment relativ schnell.“

Von Karl Doeleke