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Aus der Stadt Bestandsschutz für dritte Krippenkraft
Hannover Aus der Stadt Bestandsschutz für dritte Krippenkraft
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08:26 20.11.2014
Von Andreas Schinkel
Die Stadt Hannover gibt eine Bestandsgarantie für die dritte Krippenkraft.
Die Stadt Hannover gibt eine Bestandsgarantie für die dritte Krippenkraft. Quelle: dpa/Symbolbild
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Hannover

Kleinkinder sollen in ihren Krippengruppen mehr Betreuer bekommen, darin sind sich die Stadt Hannover und das Land Niedersachsen einig. Doch wie so oft steckt der Teufel im Detail. In 58 hannoverschen Krippengruppen kümmern sich bereits drei Betreuer um den Nachwuchs. Bezahlt werden sie aus einem Fördertopf der Stadt. Im nächsten Jahr will das Land einspringen und die Stadtkasse entlasten, doch im Gesetzentwurf steht bisher, dass sich die Förderung auf Sozialassistentenstellen beschränkt. Die Stadt versichert jetzt in einem Verwaltungspapier, das der HAZ vorliegt, dass alle bisher eingestellten Kräfte Bestandsschutz genießen, ganz gleich ob Erzieher, Kinderpfleger oder Sozialassistenten. Sollten sich daraus finanzielle Engpässe ergeben, werde die Stadt den Einrichtungen unter die Arme greifen.

Rund 1,4 Millionen Euro zahlt die Stadt in diesem Jahr aus eigenen Mitteln für die dritte Kraft in den 58 Krippen. Die Zuschüsse werden als Pauschalen an die Träger der Einrichtungen ausgezahlt. Ob die Kita-Träger das Geld für Sozialassistenten oder umfangreicher ausgebildete Erzieher verwenden, bleibt ihnen überlassen. Sollte sich die Stadt aus der Förderung zurückziehen, das Land aber nur Sozialassistentenstellen bezahlen, sind die Krippenträger gezwungen, ihr Personal auszutauschen. Dem will das Sozialdezernat der Stadt zuvorkommen und gibt eine Bestandsgarantie für das zusätzliche Krippenpersonal – auf die Gefahr hin, noch einmal in die eigene Tasche greifen zu müssen. Alle Drittkräfte aber, die die Krippenträger nach dem 31. Dezember 2014 einstellen, sind von dem Schutz ausgenommen. „Für sie gilt allein die Landesregelung“, heißt es in dem Verwaltungspapier. Das bedeutet: Wenn der Gesetzentwurf den Landtag passiert, werden in den Krippen Hannovers nur noch Sozialassistenten als dritte Kraft eingestellt. Noch ist das Gesetz nicht verabschiedet. In den Mehrheitsfraktionen von SPD und Grünen im Landtag wird noch über Änderungswünsche diskutiert. Es könnte durchaus sein, dass sich Rot-Grün eine Förderung wünscht, die flexibler ausfällt und sich nicht nur auf einen Berufsstand beschränkt.

Die Stadt Hannover hat bereits 2013 damit begonnen, stufenweise alle Krippen Hannovers mit einer dritten Betreuungskraft auszustatten. Bis 2020 soll der Prozess abgeschlossen sein, die Stadtkasse wäre am Ende mit rund vier Millionen Euro jährlich belastet. Dazu dürfte es nicht kommen, denn das Land ist grundsätzlich entschlossen, die Kosten für die zusätzliche Betreuung zu übernehmen. Mit einer Überweisung von 1,3 Millionen Euro aus der Landeskasse rechnet das Sozialdezernat schon im nächsten Jahr – schätzungsweise. Im Sozialdezernat Hannover hätte man gern Klarheit, denn die Zeit bis zum 1. Januar 2015 rennt davon.

Simon Benne 22.11.2014
22.11.2014