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Aus der Stadt Stadt Hannover macht gegen Kinderarmut mobil
Hannover Aus der Stadt Stadt Hannover macht gegen Kinderarmut mobil
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22:51 15.04.2010
Aktuell leben in Hannover rund 22 000 Kinder und Jugendliche in Familien, die Sozialleistungen nach Hartz IV bekommen. Quelle: dpa

Die Stadt Hannover macht gegen Kinderarmut mobil: „Kinderarmut ist ein brennendes Problem, denn diese Kinder haben von Anfang an weniger Chancen auf Teilhabe und Bildung“, sagte Oberbürgermeister Stephan Weil am Donnerstag. Die Stadt sieht es mit Besorgnis, dass sich der Anteil armer Kinder und Jugendlicher ähnlich wie in anderen Großstädten verfestigt. In Hannover liegt er seit 2006 stabil bei 28 Prozent. Aktuell leben rund 22 000 Kinder und Jugendliche in Familien, die Sozialleistungen nach Hartz IV bekommen. Zum ersten Mal hat die Stadt deshalb in einer ausführlichen Analyse besonders stark von Kinderarmut betroffene Stadtteile ausgemacht. Arme Kinder finden sich besonders häufig in Mühlenberg (61,3 Prozent), Linden-Süd (52,8 Prozent), Vahrenheide (49,9 Prozent) und Sahlkamp (42,7 Prozent).

Doch neben der räumlichen Verteilung hat die Stadt auch Bildungsabschlüsse der Eltern, Nationalität und Alter der Kinder sowie Familienform ausgewertet, um darauf Schlüsse für ihr Handeln zu ziehen. Betrachtet wurden die Daten von Familien, die Hartz-IV-Leistungen beziehen. „Wir wollten überprüfen, ob wir mit unseren Angeboten arme Familien erreichen“, sagt Sozialdezernent Thomas Walter. Die Untersuchung zeigt, dass Kinder häufiger unter Armut und damit oft auch geringeren Bildungschancen leiden, wenn ihre Eltern keinen oder einen Hauptschulabschluss besitzen, sie nur mit einem Elternteil leben oder aus einer Einwandererfamilie stammen. Auch Kinder bis zu sechs Jahren sind häufiger betroffen.

In zwei Ratsdrucksachen fasst die Verwaltung unter dem ambitionierten Titel „Perspektiven für Kinder in Armut – der Hannoversche Weg“ zahlreiche bereits laufende städtische Aktivitäten zusammen und will mit Wohlfahrtsverbänden und anderen Akteuren das bisherige Vorgehen überprüfen und weiterentwickeln. Walter nannte als Schwachpunkte die Zusammenarbeit der zahlreichen Mittagstische für bedürftige Kinder mit Beratungsstellen. „Wenn ein Kind häufiger beim Mittagstisch auftaucht, ist das ein klares Zeichen, dass in der Familie etwas nicht funktioniert.“ Auch vorbeugende Schuldnerberatung und Elternbildung stehen auf Walters Agenda.

Sorge bereitet den Fachleuten auch, dass Kinder aus Migrantenfamilien häufiger von Armut betroffen sind und gleichzeitig seltener frühe Bildungsangebote wahrnehmen. 43 Prozent der Kinder bis drei Jahre gehören zu Einwandererfamilien, in den Krippen stellen sie jedoch nur 26 Prozent. Bisher reicht die Zahl der Krippenplätze allerdings generell noch nicht aus. „Wir wollen Einwanderern dennoch die Vorteile deutlich machen, wenn ihre Kinder früh gefördert werden“, sagt der Sozialdezernent.

Bis 2013 will die Stadt ausreichend Krippenplätze schaffen. Oberbürgermeister Weil spricht das Thema bei seiner Besuchsrunde durch die Moscheegemeinden regelmäßig an. „Es ist für viele eine fremde Vorstellung, die ganz kleinen Kinder schon in die Krippe zu geben.“

Bärbel Hilbig

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