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Aus der Stadt Stadt plant Kulturprogramm zur Gandhi-Büste
Hannover Aus der Stadt Stadt plant Kulturprogramm zur Gandhi-Büste
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00:21 28.03.2015
Von Andreas Schinkel
Foto: Mit einem Kulturprogramm will die Stadt Hannover Mahatma Gandhi ehren.
Mit einem Kulturprogramm will die Stadt Hannover Mahatma Gandhi ehren. Quelle: dpa/Archiv
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Hannover

Wie umgehen mit einem Geschenk, das nicht überall Freude auslöst? Man bringt es in einen positiven Zusammenhang, sodass es am Ende seine Schattenseiten verliert. Diese Strategie scheint die Stadt Hannover bei der umstrittenen Gandhi-Büste zu verfolgen, die Indien der Landeshauptstadt überreicht. „Es soll nicht dabei bleiben, nur die Büste im Maschpark aufzustellen“, sagt Kulturdezernentin Marlis Drevermann (SPD).

Ein überwiegend folkloristisches Kulturprogramm soll in den kommenden Monaten den Hannoveranern einen Zugang zu Gandhi und seinem Heimatland verschaffen, zudem will sich die Internationale Schule um die Pflege der Statue kümmern.„Soziale Kompetenzen sind uns wichtig, auch behandeln wir Gandhi im Geschichtsunterricht“, sagt der Geschäftsführer der Internationalen Schule, Stefan Handwerker. Daher habe man nicht lange überlegt, als die Frage nach einer Patenschaft an die Schule herangetragen wurde.

Murren hinter den Kulissen

Im Rat hatte das Geschenk eine erregte Debatte ausgelöst. Die FDP wollte nicht einsehen, warum der Sockel für die Statue 30.000 Euro kosten müsse. Ein einfaches Podest aus Beton sei ausreichend, meinte FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke. Zwar stimmte der Rat am Ende mehrheitlich für die Annahme des Geschenks, doch hinter den Kulissen murrten auch Mitglieder der Mehrheitsfraktionen.

Treibende Kräfte hinter der Schenkung waren der Bezirksrat Mitte und der Indische Verein Hannover. Wäre es nach dem Bezirksrat gegangen, würde die Büste auf dem Opernplatz stehen. Inzwischen hat das in Indien gefertigte Kunstwerk die lange Reise nach Hannover überstanden. Die Büste wird derzeit in einer Werkstatt auf den umstrittenen Sockel gehoben und verankert. „Zwei Zitate auf Deutsch und Englisch meißelt der Steinmetz in den Sockel“, sagt Drevermann.

Welche Sentenzen das sein werden, bleibt unklar. Auch ist es vor der Enthüllung am Sonntag, 12. April, Journalisten nicht gestattet, einen Blick auf die Büste zu werfen. Indien behält sich vor, den Hannoveranern eine Überraschung zu bereiten. Die Kulturdezernentin und der Indische Verein wollen jetzt den Blick auf das Kulturprogramm lenken.

In der Internationalen Schule wird am Tag der Büsten-Enthüllung der Spielfilm „Gandhi“ gezeigt, einige Tage später hat das Kino im Künstlerhaus indische Filme im Programm. Kurse in indischem Tanz und indischer Küche werden in Linden angeboten, zudem gibt es eine Cricket-Stunde für Kinder. „Wir beschäftigen uns auch mit aktuellen Entwicklungen“, sagt Bala Subramanian Ramani vom Indischen Verein. In einem Theaterstück erzählen weibliche Mitglieder des Vereins über die Rolle der Frau in der indischen Gesellschaft. Die Internationale Schule plant künftig immer am 2. Oktober, dem Geburtstag Gandhis, Aktionen zum Leben und Werk des Freiheitskämpfers. „Schüler werden die Büste regelmäßig in Augenschein nehmen“, verspricht Schul-Geschäftsführer Handwerker.

Bernd Haase 28.03.2015
Conrad von Meding 28.03.2015