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Aus der Stadt Stadt reagiert auf Ärger über Ampeln
Hannover Aus der Stadt Stadt reagiert auf Ärger über Ampeln
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00:15 01.03.2015
Wird mit dem neuen Rechner alles besser? Dauerrot nervt viele Autofahrer. Quelle: Marta Krajinović
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Hannover

Das hat Baudezernent Uwe Bodemann am Donnerstag im HAZ-Interview zugesagt. Zwar könne es sein, dass nach einer Woche nicht alle Fragen abschließend geklärt seien, auch werde das Ergebnis nicht immer alle zufriedenstellen können – aber zumindest einen Zwischenstand werde es künftig immer geben.

Zuletzt hatte eine defekte Ampelschaltung an der Wallensteinstraße in Oberricklingen Diskussionen ausgelöst. Mehrere Autofahrer berichteten unabhängig voneinander, dass die Signalschaltung seit Jahren in bestimmten Konstellationen Dauerrot für Autos zeige. Brachte der Vorrang für Stadtbahnen die Ampelsteuerung durcheinander, dann kam es immer wieder zu gefährlichen Situationen, weil Autofahrer irgendwann die Nerven verloren und bei Rot fuhren. Bis heute hat die von der Stadt beauftragte Fachfirma die Ursache nicht gefunden. Sie hat nun aber zunächst mal eine provisorische Schaltung programmiert, bei der dieser Fehler nicht auftritt.

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Ampel-Guide

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Die Stadt setzt jetzt auf den neuen Großrechner, der das 17 Jahre alte Vorgängermodell ersetzen und die Ampelsteuerung verbessern soll. Die Ausschreibung läuft, noch in diesem Jahr soll er angeschafft werden. Bodemann und Tiefbauchef Andreas Bode wollen damit nicht nur die täglichen Ampelschaltungen flexibler gestalten. Sie erhoffen sich etwa auch Möglichkeiten, bei Großveranstaltungen Sonderprogramme auf wichtigen Zubringerstraßen laufen zu lassen.

Modernisierung der Systeme geplant

Einstieg in „Smart Mobility“: Bodemann will den Begriff eigentlich noch nicht in die Welt setzen - aber der neue Ampelrechner, der aus einem Zentralcomputer und acht Satelliten besteht, wird auch Möglichkeiten zur vernetzten Mobilität bieten. Die Forschung arbeitet derzeit unter dem Begriff der „Smart Mobility“ an selbstfahrenden Autos, präventiver Verkehrslenkung und vernetzten Verkehrsverbünden. „Es gibt Ängste davor, was große, kommerzielle Unternehmen mit den Daten der Nutzer anfangen - deshalb sprechen wir derzeit lieber von kommunaler Smart Mobility“, sagt Bodemann. Es gelte, Erfahrungen mit der neuen Technik zu sammeln - darauf werde Hannover mit der neuen Technik eingestellt sein.

Vorrangschaltung zu starr? Im Grundsatz wird sich an der Bevorrechtigung für Busse und Bahnen nichts ändern. Bodemann sagt, dass es nachvollziehbar sei, Fahrzeugen mit mehr Insassen Vorrang zu geben vor Fahrzeugen mit weniger Insassen; darüberhinaus ist die Verwaltung an einen politischen Beschluss gebunden. Aufgrund der Beschwerden aber, dass insbesondere Linienbusse oft zu früh für sich Grün und für andere Verkehrsteilnehmer Rot an Kreuzungen erhalten, sieht die Stadt „im Einzelfall sicherlich noch Optimierungsbedarf“. Befinde sich etwa an der Kreuzung eine Bushaltestelle, so sei es nicht sinnvoll, dass der Querverkehr für den gesamten Einstiegszeitraum rot sehe, sagt Bode, „vor allem nicht, wenn noch jemand umständlich Geld wechselt“.

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