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Aus der Stadt Stadt verhandelt über weitere Asyl-Hotels
Hannover Aus der Stadt Stadt verhandelt über weitere Asyl-Hotels
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00:15 11.08.2013
Von Christian Link
Ab Oktober könnte das Sleep-In in Misburg für Asylbewerber zur Verfügung stehen. Quelle: Felix Klabe
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Hannover

Die Stadtverwaltung steht unter Zugzwang: Bis Ende des Jahres müssen in Hannover voraussichtlich noch mehr als 200 Plätze in Flüchtlingsunterkünften geschaffen werden. Um dieses Ziel zu erreichen, verhandelt die Stadt nun über Kauf oder Anmietung von zwei Gästehäusern in Linden-Süd und Misburg-Süd. Gelingt der Stadt außerdem noch der Erwerb des Hotels Flamme in der Oststadt, könnten insgesamt 120 neue Plätze entstehen.

Besonders schnell soll es in Linden-Süd gehen. Die Stadt hofft, dass ins Gästehaus Dühlmeyer in der Deisterstraße bereits im September die ersten Flüchtlinge einziehen können. In den 16 Zimmern der Herberge sollen 25 Asylbewerber untergebracht werden. Laut Rathaussprecher Alexis Demos ist die Pension zuletzt vor allem von Schülern und Schulklassen genutzt worden. Nach den Ferien stehe das Gästehaus jedoch leer, weshalb eine schnelle Umwandlung in ein Wohnheim möglich sei.

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Das Misburger Sleep-in in der Anderter Straße soll ab Oktober zur Flüchtlingsunterkunft werden. Das Gästehaus verfügt über 25 Zimmer, in denen die Stadt bis zu 50 Flüchtlinge unterbringen will. Sleep-in betreibt zurzeit insgesamt fünf Niedrigpreis-Hotels in Linden, Misburg und Bothfeld.

Die beiden Gästehausbetreiber wollten sich gestern auf HAZ-Anfrage nicht zu den Plänen äußern. Auch die Stadt will keine weiteren Details verraten. „Die Verhandlungen laufen noch“, sagt Behördensprecher Demos. Sollten die Gespräche zu einem positiven Ergebnis führen, wolle die Verwaltung darüber zeitnah informieren. Das gelte auch für die Verhandlungen über das Hotel Flamme in der Oststadt. Dieses will die Stadt kaufen und ab Dezember in ein Wohnheim für 45 Flüchtlinge umwandeln.

„Ich gehe davon aus, dass es nicht nur bei diesen Standorten bleiben wird“, sagte gestern CDU-Ratsherr Felix Blaschzyk. Sollten die Prognosen über die Flüchtlingszahlen stimmen, müsse die Stadt noch in diesem Jahr weitere Unterkünfte schaffen. Die vier Wohnheime, die die Stadt von der GBH bauen lässt, werden laut Unternehmen erst im Frühjahr 2014 fertiggestellt. Blaschzyk appelliert an die Verwaltung, über sämtliche Vorhaben frühzeitig und umfassend zu informieren. „Die Bezirksräte müssen von Anfang an beteiligt werden – das schafft Akzeptanz bei den Bürgern“, sagt er.

909 Flüchtlinge in Hannover

In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Zahl der Unterkünfte für Flüchtlinge in Hannover gut verdreifacht. Im Juli 2011 standen in der Stadt noch 320 Wohnplätze bereit, mittlerweile sind es 967. Bei aktuell 909 Flüchtlingen in städtischen Unterkünften gibt es damit noch 58 freie Plätze. Trotz dieser Reserve arbeitet die Verwaltung mit Hochdruck daran, neue Unterkünfte zu schaffen. Denn bisher sind in diesem Jahr erst 372 Flüchtlinge in Hannover angekommen, das Land hat angekündigt, Hannover bis September insgesamt 650 Flüchtlinge zuzuweisen. Ob und wann weitere Flüchtlinge eintreffen, steht derzeit nicht fest. Die Braunschweiger Landesaufnahmebehörde informiert Kommunen etwa zehn Tage, bevor sie ihnen neue Flüchtlinge zuweist. cli

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