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Aus der Stadt Stadt will Tempo 30 auf Hauptstraßen testen
Hannover Aus der Stadt Stadt will Tempo 30 auf Hauptstraßen testen
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06:00 06.12.2017
Bald auch in der Marienstraße Tempo 30? Quelle: Frank Rumpenhorst
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Hannover

Auf drei besonders belasteten Straßen will Hannovers Stadtverwaltung den Verkehr auf Tempo 30 drosseln –zumindest versuchsweise. Drei Jahre lang soll auf der Marienstraße die reduzierte Geschwindigkeit gelten. ebenso auf der Göttinger Straße und der Friedrich-Ebert-Straße . Das bedeutet für letztere Straßen, dass Autofahrer auf der gesamten Strecke zwischen Deisterkreisel und Ricklinger Kreisel vom Gas gehen müssen. Schon jetzt  gilt auf der Göttinger Straße Tempo 40, weil sich dort die Luftmessstation befindet. 

Die Stadt will sich mit den Straßen an einem vom Land Niedersachsen ausgeschriebenen, wissenschaftlich begleiteten  Modellversuch beteiligen. Dabei soll herausgefunden werden, wie sich Tempo 30 auf Verkehrssicherheit, Lärm und Schadstoffausstoß auswirkt. Der Antrag der Stadt auf Versuchsteilnahme liegt der HAZ vor. Das Land hat alle niedersächsischen Kommunen aufgefordert, sich zu beteiligen. Am Ende werden sechs Strecken landesweit ausgewählt. Hannover muss seine Bewerbung bis Ende Januar einreichen.

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Voraussetzung für die Bewerbung ist, dass die Straßen besonders belastet sind. Das erfüllten Marien-, Göttinger- und Friedrich-Ebert-Straße „in besonderer Weise“, hießt es in dem Verwaltungspapier. Hinsichtlich des gesundheitsschädlichen Stickstoffdioxids seien es die am höchsten belasteten Streckenabschnitte in Hannover.

Anlass für den Vorstoß  ist die Luftverschmutzung in Hannover. Seit Jahren hält die Stadt die von der EU festgesetzten Grenzwerte beim Stickstoffdioxid nicht ein. Jetzt wächst der Druck . Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) versucht, Hannover auf dem Klageweg dazu zu zwingen, mehr gegen die Luftverschmutzung zu unternehmen und nicht vor Fahrverboten für Dieselfahrzeuge zurückzuschrecken. 

Die Stadt verspricht sich von dem Test einen Fingerzeig für andere Straßen. „Darauf aufbauend soll die Übertragbarkeit der Erkenntnisse auf andere Strecken geprüft werden und Empfehlungen für zukünftige Tempo 30 Anordnungen abgeleitet werden“, heißt es in der Verwaltungsvorlage. 

Am Ende muss der Rat dem Tempo-30-Versuch zustimmen. Das dürfte nicht  leicht werden, denn schon innerhalb des Ampel-Bündnisses gehen die Meinungen auseinander. Die Grünen fordern seit Langem, dass sich Hannover am Modellversuch beteiligen soll und begrüßt den Vorstoß. „Dadurch haben wir die Möglichkeit, die Umweltauswirkungen von Tempo 30 zu prüfen“, sagt Grünen-Umweltpolitiker Patrick Drenske. Dann könne man entscheiden, ob die reduzierte Geschwindigkeit auf anderen Straßen dauerhaft eingeführt werden sollte. Die SPD dürfte weniger erfreut sein. Tempo 30 habe mit der Bekämpfung der Luftverschmutzung nichts zu tun, meinte kürzlich SPD-Baupolitiker Lars Kelich. Zudem sei der Zweck von Hauptstraßen, zügig durchzukommen. 

Von Andreas Schinkel

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