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Aus der Stadt Unfallstelle an Buchholzer Straße entschärft
Hannover Aus der Stadt Unfallstelle an Buchholzer Straße entschärft
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17:59 03.02.2015
Hannover: Schwerer Unfall zwischen Stadtbahn und LKW auf der Buchholzer Straße in Misburg. Der LKW-Fahrer hatte die Bahn bei einem Wendemanöver übersehen. Bei dem Unfall wurde die Bahn aus den Schienen gehoben. Drei Menschen wurden verletzt, unter ihnen der Fahrer des LKW. Quelle: Uwe Dillenberg
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Hannover

Immer wieder kommen dort Autofahrer aus Versehen von der Fahrbahn ab und landen im Gleisbett der Üstra. Stadt und Verkehrsbetriebe weisen jedoch eine mögliche Fehlplanung von sich: „Straßenführung und Kennzeichnung wurden vor der Freigabe der Strecke überprüft und für ausreichend befunden“, sagt Stadtsprecher Alexis Demos.

Das Problem ist, dass viele Autofahrer offenbar irritiert sind, dass sich die beiden Spuren der Buchholzer Straße zwischen Werfelstraße und der Straße Am Forstkampe trennen. Immer wieder folgen einige nicht der Straßenführung und queren die Gleise, sondern fahren weiter entlang der Gleise und landen damit im Gegenverkehr. Bei dem Versuch, zurück auf die richtige Fahrbahn zu kommen, landen sie im Gleisbett der Üstra. Allein zwischen dem 25. und 29. Januar musste die Üstra aus diesem Grund viermal den Verkehr unterbrechen.

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Der Fall erinnert an dem Umbau der Gleidinger Stadtbahnhaltestelle Am Leinkamp vor mehr als 17 Jahren. Dutzende Autofahrer waren dort über Monate in die Gleise geraten, weil sie nicht mit der geänderten Straßenführung zurecht kamen. Genau wie in Misburg hatte man dort ab der Straße Am Leinekamp Schienen und Fahrbahn baulich voneinander getrennt, nachdem beide sich bis dorthin die Straße teilten. Autofahrer, die in Richtung Hildesheim unterwegs waren, fuhren aber häufig weiter den Schienen hinterher, statt dem Rechtsknick der Straße zu folgen. Letztlich beauftragte man eine Straßenbaufirma damit, die Gefahrenstelle mit Warnbaken und Richtungspfeilen zu entschärfen.

Auch in Misburg will die Stadt Mitte Februar zum zweiten Mal nachbessern, obwohl die Verwaltung der Meinung ist, dass die Kennzeichnung dort ausreicht. „Zusätzlich zur Markierung und Beschilderung wurden im Sinne der Verkehrssicherheit Reflektoren auf der Fahrbahn aufgebracht, die nachts im Scheinwerferlicht den Straßenverlauf verdeutlichen“, sagt Demos. „Diese werden bis Mitte Februar durch Leuchtmarker ersetzt, um eine noch bessere Sichtbarkeit gewährleisten zu können.“

Bei der Üstra begrüßt man die Maßnahme zwar. „Allerdings glaube ich nicht, dass es wegen einer nicht ausreichenden Ausschilderung zu den Unfällen kommt“, sagt Üstra-Sprecher Udo Iwannek. „Auch an anderen Stellen in Hannover geraten unaufmerksame Autofahrer immer wieder ins Gleisbett der Stadtbahnen.“ Erst am Sonnabend sperrte ein Auto die Trasse der Stadbahnlinien 4 und 5 am Herrenhäuser Markt. Im Januar blieben sechs Wagen im ganzen Stadtgebiet in den Gleisen der Üstra stecken, nachdem sie falsch abgebogen waren. Ein Autofahrer wollte am 8. Januar von der Schulenburger Landstraße in die Mecklenheider Straße abbiegen und blieb bei dem Versuch auf den Schienen der Linie 6 liegen.

Zwei Wochen später übersah ein Lastwagenfahrer bei dem gleichen Manöver einen herannahenden Zug. Bei dem Unfall wurde die Stadtbahnfahrerin schwer verletzt, den Schaden schätzt die Polizei auf 320.000 Euro.