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Aus der Stadt Diese Straßen saniert die Stadt als nächstes
Hannover Aus der Stadt Diese Straßen saniert die Stadt als nächstes
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00:16 26.02.2015
Von Andreas Schinkel
Sehen Sie auf der interaktiven Karte, welche Straßenabschnitte saniert werden sollen. Quelle: Montage
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Hannover

Die Stadt Hannover will weitere 60 Nebenstraßen von Grund auf erneuern. Die ersten sechs Straßen auf der neuen Sanierungsliste befinden sich in Ricklingen. Über sie soll der Bezirksrat in seiner kommenden Sitzung am Donnerstag, 5. März, beraten. Die Anwohner der sechs Straßen hat die Stadt bereits informiert, sie sind eingeladen, bei der Bezirksratssitzung Fragen zu stellen. „Wir wollen größtmögliche Transparenz“, sagt Oberbürgermeister Stefan Schostok. Man habe aus den Konflikten um die Straßensanierung im vergangenen Jahr gelernt.

Schostok hatte bereits im Wahlkampf versprochen, Hannovers Straßen im großen Stil zu sanieren. Das kam bei den Bürgern angesichts etlicher Schlaglochpisten gut an. Rund 200 Nebenstraßen sollten in den kommenden Jahren für insgesamt 50 Millionen Euro erneuert werden. Doch als der OB 2014 eine erste Liste mit 43 Straßen vorlegte, hagelte es Kritik. Der Grund lag darin, dass Schostok private Grundstückseigentümer zur Kasse bat. Das erlaubte ihm die sogenannte Straßenausbaubeitragsssatzung, die in Hannover seit Anfang der neunziger Jahre gilt. Etliche Anwohner machten ihrem Ärger in Bezirksratssitzungen Luft, die Politiker gerieten unter Druck. Am Ende blieben 75 Prozent der Sanierungsvorschläge auf der Liste, der Rest wurde gestrichen und durch andere Straßen ersetzt. An den Konditionen des Programms änderte sich aber nichts: Rund die Hälfte der Kosten trägt auch weiterhin der Bürger.

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Bei der Vermittlung will Schostok einen anderen Weg einschlagen. Die 60 beschädigten Straßen werden nicht auf einen Schlag bekannt gegeben, sondern in einem „gestuften Verfahren“. Jeweils vor einer Bezirksratssitzung informiert das Tiefbauamt sowohl die betroffenen Anwohner als auch die Politiker über die Straßen auf der Sanierungsliste. In der Sitzung sollen Bauexperten Rede und Antwort stehen. „Betroffene Anwohner bekommen einen Ansprechpartner, der sie über die Kosten aufklärt“, sagt Tiefbauamtschef Andreas Bode.

Im Falle des Bezirksrates Ricklingen läuft es noch nicht rund. „Die Anwohner wissen zwar von den Straßen, die Bezirksräte aber noch nicht“, sagt Bezirksbürgermeister Andreas Markurth (SPD). Bei den sechs vorgeschlagenen Straßen müsse die Bauverwaltung jetzt plausibel begründen, warum eine komplette Erneuerung sinnvoll ist. „Sonst werden wir nicht zustimmen“, sagt Markurth. Mancher Anwohner befürchte, mit allzu hohen Beiträgen belastet zu werden. „Das Verfahren muss transparenter sein als beim ersten Mal“, sagt er. Der Ricklinger Schuhmachermeister Herbert Gisder ist der Ansicht, dass eine Grundsanierung von Gehrdener und Springer Straße, die beide auf der Liste stehen, nicht nötig sei. „Viele Schlaglöcher gibt es hier gar nicht“, sagt er. Sein Geschäft grenzt an beide Straßen. Eine Dame dagegen ist erfreut: „Ich habe lange darauf gewartet, dass auf der Barsinghäuser Straße endlich etwas passiert.“

Von den 43 Straßen aus dem vergangenen Jahr sind erst fünf saniert, weitere fünf werden in ein bis zwei Monaten fertig. „Es hat etwas gedauert, um in eine Routine zu finden“, sagt Baudezernent Uwe Bodemann. Er hofft, alle Straßen auf der Liste bis zum Jahresende erledigt zu haben. Erfreut ist Bodemann, dass sich die Kosten bisher im Rahmen halten. „Weil wir den Auftrag gebündelt für mehrere Straßen ausschreiben, halten wir die Kosten gering“, sagt er. Bei der neuen Liste achte man darauf, dass die Straßen räumlich näher beieinander liegen, sodass noch mehr Geld gespart werden kann. „Im Grunde handelt es sich um ein Entlastungsprogramm für die Bürger“, sagt er.

Ein Sanierungs-Beispiel von 2014: Unter den Birken




Hinweis: Ziehen Sie den Schieber in der Mitte des Bildes nach links oder rechts für eine Gegenüberstellung der Straße vor und nach der Sanierung. Bei der Darstellung auf einigen mobilen Endgeräten kann es zu Problemen in der Darstellung kommen.

Ein Sanierungs-Beispiel von 2014: Hinüberstraße




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