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Aus der Stadt Stadt muss mehr Geld für Flüchtlinge zahlen
Hannover Aus der Stadt Stadt muss mehr Geld für Flüchtlinge zahlen
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00:26 01.02.2015
Von Bernd Haase
Noch erinnert die Containersiedlung an eine Baustelle. Die Stadt will aber das Außengelände herrichten.
Noch erinnert die Containersiedlung an eine Baustelle. Die Stadt will aber das Außengelände herrichten. Quelle: Rainer Droese
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Hannover

Das Ambiente auf dem städtischen Grundstück an der Ecke von Fuhsestraße und Eichsfelder Straße in Stöcken erinnert ein wenig an eine Baustelle. Die Container sehen aus wie diejenigen, in denen Arbeiter nächtigen. Das Gelände drum herum muss noch hergerichtet werden, es ist matschig. Bis zum Donnerstag, 5. Februar, soll sich das ändern - dann ziehen Flüchtlinge in die Behausungen, die die Stadt nicht so gerne als Wohncontainer bezeichnet, sondern lieber als Modulbauten.

Die Stadt muss handeln, weil der Flüchtlingsstrom künftig wohl eher an- als abschwillt. „Wir hatten vier Jahre Zeit, um Plätze für 2000 Hilfesuchende zu finden. Jetzt müssen wir bis September, also in knapp neun Monaten, 2400 Menschen einquartieren“, umriss Baudezernent Uwe Bodemann die Aufgabe, vor der die Stadtverwaltung steht.

In Stöcken stehen 20 Modulbauten

Weil nicht nur Hannover das Problem hat, den Menschen ein Dach über dem Kopf zu verschaffen, ist es mittlerweile gar nicht mehr so leicht, an die Container zu kommen. „Man braucht dazu ein gewisses Geschick“, sagt Bodemann. In Stöcken stehen 20 Modulbauten, die das Baudezernat für die Dauer von zwei Jahren gemietet hat.

Die Container sind schlicht, aber ansprechend eingerichtet. Sie sind mit Laminatboden ausgelegt, verfügen über jeweils vier Schlafplätze in Etagenbetten, Spinde, ein Badezimmer und eine Küchenzeile. „Hier sollen hauptsächlich Familien einziehen“, sagt Ralf Lüdtke, zuständiger Sachgebietsleiter im Baudezernat. Betreiber der Anlage ist das Deutsche Rote Kreuz, mit dem die Stadt auch schon in anderen Einrichtungen für Flüchtlinge zusammenarbeitet. Der örtliche Integrationsbeirat will die künftigen Bewohner willkommen heißen und hat sich auch schon Gedanken darüber gemacht, wie ihnen das Leben erleichtert werden kann. „Die Sportvereine wollen dabei helfen und auch die Grundschule etwa durch Sprachförderung“, sagt die Vorsitzende Hildegard Thimm.

In Anderten sollen im Februar Container stehen

In Stöcken ist der erste von insgesamt sechs Standorten für die Modulbauten bezugsreif. Der zweite an der Höverschen Straße in Anderten soll noch im Februar folgen. Die weiteren Plätze liegen in der Laher-Feld-Straße in Höhe des Stadtfriedhofs Lahe, in der Feodor-Lynen-Straße in Groß-Buchholz neben dem Ibis-Hotel, in der Bergstraße in Bemerode neben dem Ramada-Hotel, in Alt-Vinnhorst sowie am Sahlkamp in Höhe des Vahrenheider Marktes. Bodemann bezweifelt, dass das ausreicht. „Wir werden weitere Kapazitäten schaffen müssen“, sagte er.

Über zusätzliche Standorte sei noch nichts entschieden. Ohnehin will die Stadt in dieser Sache eng mit den Bezirksräten zusammenarbeiten. Weil das bei der Auswahl der vorhandenen sechs Standorte nicht so gelaufen war, wie sich die Politiker das vorstellten, hatte es erheblichen Ärger gegeben.

Hannover wendet schon jetzt knapp 28 Millionen Euro auf, um Flüchtlingen ein Zuhause zu geben. Angesichts der steigenden Flüchtlingszahlen hat die Stadt bereits 11 Millionen Euro zusätzlich für das laufende Jahr eingeplant.

Andreas Schinkel 29.01.2015
01.02.2015
01.02.2015