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Aus der Stadt Rolle rückwärts in der „Poller-Posse“
Hannover Aus der Stadt Rolle rückwärts in der „Poller-Posse“
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13:07 29.04.2015
Die Stadt hat die umstrittenen Poller entfernt – und stattdessen zehn andere Modell aufgestellt. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

Die Poller-Posse an der Leinstraße hat eine neue Wendung genommen. Am Dienstagmorgen demontierten Arbeiter die umstrittenen 21 rot-weißen Absperrpfosten aus Metall, die zwei Zugänge zu einem unterirdischen Technikraum schützen sollen - und ersetzten sie durch andere. Nun zieren stattdessen zehn silberfarbene, runde Poller das Straßenbild. Die Gründe für den Austausch sind nach Angaben der Stadt ästhetischer Art. Die neuen Poller seien „von der Farbgestaltung dezenter und fügen sich somit besser ein in das Straßenbild“, teilt die Verwaltung schriftlich mit.

Quelle: Thomas

Zusätzliche Kosten habe der Einbau der silbernen Pfosten nicht verursacht, betont die Stadt: „Diese lagen auf Lager und konnten kurzfristig beschafft werden“. Der Einbau der 21 rot-weißen Absperrungen hatte zuvor rund 5000 Euro gekostet. Jetzt liegen eben die herum: Die demontierten Poller sollen nach Auskunft der Stadt eingelagert und bei Bedarf an anderer Stelle verwendet werden. Für den CDU-Ratsherrn Felix Blaschzyk, der bereits den Einbau der ursprünglichen Poller scharf kritisiert hatte, ist die Sache trotz der Reduzierung der Pollerzahl an der Leinstraße noch nicht vom Tisch. „Wir werden das Thema in der nächsten Sitzung des Bauausschusses auf die Tagesordnung bringen, weil wir wissen wollen, wer für so eine Entscheidung die Verantwortung trägt“, sagt er.

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Auch Bernhard Zentgraf vom Bund der Steuerzahler hält den Vorgang für „ein starkes Stück.“ „Da hat jemand jegliches Augenmaß verloren und ist weit über das Ziel hinaus geschossen“, sagt er. Aus seiner Sicht hätten vier Poller, die mit Ketten untereinander verbunden sind, vollkommen ausgereicht, um die gleiche Wirkung zu erzielen. Zentgraf treibt allerdings noch eine andere Frage um: „Wie kann es sein, dass sich ein einer so öffentlich zugänglichen Stelle derart sensible Technik für die Stadtverwaltung befindet?“    

An der Stelle neben dem Bürgeramt Leinstraße hat die Stadt einen unterirdischen Raum mit sensibler Computertechnik vergraben. Die Schachtdeckel dürfen nicht zugeparkt werden – so begann Hannovers Pollerposse.
Die Stadt betont, alles sei ohnehin nur provisorisch. Auch die am Dienstag installierten silbernen Poller sollen weichen, wenn der Gehweg an dieser Stelle der Leinstraße verbreitert und der Bordstein um die beiden Zugänge zu dem unterirdischen Raum gezogen worden ist. Unklar ist noch, wann diese Arbeiten beginnen.

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