Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Stadt baut sieben neue Kitas für Krabbelkinder
Hannover Aus der Stadt Stadt baut sieben neue Kitas für Krabbelkinder
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:24 14.03.2009
Von Bärbel Hilbig
Eine Krabbelgruppe im „Kinderhaus in Hannover“ am De-Haën-Platz in der List.
Eine Krabbelgruppe im „Kinderhaus in Hannover“ am De-Haën-Platz in der List. Quelle: Tim Schaarschmidt
Anzeige

Die neuen Einrichtungen sind Teil des städtischen Ausbauprogramms für Krippen, mit dem von 2009 bis 2013 jedes Jahr 300 neue Betreuungsplätze für Kinder bis zum Alter von drei Jahren geschaffen werden sollen. Ab 2013 haben Eltern einen gesetzlichen Anspruch auf einen Krippenplatz für ihr Kind. Aktuell gehen viele Familien bei der Suche noch leer aus.

„Mehr als 20 Prozent der neuen Plätze werden sich in Neubauten befinden. Das zeigt, dass wir auf Qualität setzen“, sagte Jugend- und Sozialdezernent Thomas Walter. In den neuen Kitas sollen jeweils drei Krippengruppen mit bis zu 45 Kindern sowie zwei Kindergartengruppen mit 50 Kindern im Alter von drei bis sechs Jahren betreut werden. „Die Kinder können so durchgängig eine Einrichtung besuchen“, sagte Walter. Große Kitas, die nur Kleinkinder aufnehmen, bezeichnete er spöttisch als „Babysilos“, die pädagogisch nicht vertretbar seien.

Die Stadt sucht für das Neubauprojekt über eine europaweite Ausschreibung einen Investor. Die Gebäude in Passivhausstandard sollen langfristig abbezahlt werden und nach 20 Jahren ins Eigentum der Stadt übergehen. „Durch die öffentlich-private Partnerschaft umgehen wir unseren Finanzierungsengpass“, sagte Wirtschaftsdezernent Hans Mönninghoff. Schulsanierungen und Kita-Bauprogramm hätten für die Stadt Priorität: „Wir wollen nicht das eine gegen das andere ausspielen.“

Mönninghoff rechnet mit rund 18 Millionen Euro Bau- und Einrichtungskosten. Die Stadt will 4,6 Millionen Euro Bundeszuschüsse beim Land beantragen. Der Baustart ist für Herbst 2010 geplant, die Trägerschaft für den Betrieb ab August 2011 wird ausgeschrieben. Die Kitas entstehen auf städtischen Grundstücken, häufig nahe von Neubaugebieten. „Wir haben uns bei der Standortwahl nach dem Bedarf gerichtet, aber auch danach, wo städtische Grundstücke frei sind“, sagte Mönninghoff. In Vahrenwald-List, wo die Nachfrage nach Krippenplätzen besonders hoch ist, sind zwei Neubauten in der Röntgenstraße und im Karl-Imhoff-Weg geplant. Weitere Standorte sind Robinienweg (Bothfeld), Bomhauer Straße (Kleefeld), Börgerstraße (Bemerode), Posthornstraße (Linden) und Wilhelm-Raabe-Weg (Ahlem).

Aktuell verfügt Hannover über 2990 Plätze für Kinder bis drei Jahre. Der Versorgungsgrad liegt bei knapp 20 Prozent und damit gut doppelt so hoch wie im Landesschnitt. Einen Großteil der geplanten 1500 neuen Krippenplätze will die Stadt durch An- und Umbauten in bestehenden Kitas, Anmietung von Räumen, neue Betriebs-Kitas, Elterninitiativen und die Umgestaltung ungenutzter Schulräume gewinnen.

Stefanie Kaune 14.03.2009
Bärbel Hilbig 13.03.2009
Felix Harbart 13.03.2009