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Aus der Stadt Sanierungsstau am Bauamt war lange bekannt
Hannover Aus der Stadt Sanierungsstau am Bauamt war lange bekannt
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00:17 23.02.2015
Von Andreas Schinkel
Im Herbst soll dem Rat die günstigste Variante für eine Sanierung vorgeschlagen werden. Quelle: Michael Thomas
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Hannover

„Uns war es wichtig, angesichts der begrenzten Finanzmittel zunächst gute Schulen und Kitas zu bauen, und das Bauamt zurückzustellen“, sagte Wirtschaftsdezernentin Sabine Tegtmeyer-Dette (Grüne) in der Ratssitzung am Donnerstag. Die CDU wollte wissen, warum die Stadt den maroden Zustand des denkmalgeschützten Baus seit Jahrzehnten toleriert. CDU-Ratsherr Maximilian Oppelt argwöhnte, dass die Stadtverwaltung einer „Strategie des kontrollierten Verfalls“ folge, um die Immobilie dann mit gutem Grund abreißen zu lassen. „Wir wollen die Bauverwaltung erhalten“, entgegnete Tegtmeyer-Dette.

Tatsächlich sind die Schäden am Gebäude immens. Die Fassadenplatten drohen abzuplatzen, deshalb sind die Außenwände des Gebäudes eingerüstet. Feuchtigkeit ist in die Fassade eingesickert und hat den Stahlbeton beschädigt. „Dadurch entsteht die Notwendigkeit einer großflächigen Betonsanierung“, sagt die Wirtschaftsdezernentin. Das bedeute aber nicht, dass eine Sanierung nicht erfolgreich sein kann. „Wir sehen keinen Grund einen Abriss zu beantragen“, sagt Tegtmeyer-Dette. Der habe ohnehin keine Aussicht auf Erfolg, da der 1954 errichtete Bau unter Denkmalschutz steht. Im Herbst werde man dem Rat die günstigste Variante für eine Sanierung vorschlagen.

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Die dürfte dann noch immer mit einem zweistelligen Millionenbetrag zu Buche schlagen. Eine Machbarkeitsstudie, die derzeit in Arbeit ist, nennt drei Szenarien für eine Sanierung des Bauamts. Die günstigste wird mit 15 bis 20 Millionen Euro beziffert, die teuerste mit bis zu 45 Millionen Euro. Das Bauamt ist kein Einzelfall. Da in Hannover etliche Nachkriegsbauten stehen, die jetzt in die Jahre gekommen sind, droht der Stadt eine Sanierungswelle bei öffentliche Gebäuden. Kämmerer Marc Hansmann (SPD) räumt ein, dass sich die Stadt jahrzehntelang zu wenig um die bauliche Unterhaltung ihrer Immobilien gekümmert habe. „Wir haben gespart, und es war leichter, die Gebäudeunterhaltung zu kürzen als Personalstellen“, sagt Hansmann. Diesen Weg werde man aber nicht mehr gehen.

20.02.2015
Saskia Döhner 20.02.2015