Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Stadt prüft Kleingärten auf Radioaktivität
Hannover Aus der Stadt Stadt prüft Kleingärten auf Radioaktivität
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:16 14.12.2017
Im kommenden Jahr werden 450 Kleingärten auf erhöhte radioaktive Strahlung untersucht, auch die Parzelle von Jan Wöbking in der List.
Im kommenden Jahr werden 450 Kleingärten auf erhöhte radioaktive Strahlung untersucht, auch die Parzelle von Jan Wöbking in der List.  Quelle: (c) www.photos24.de
Anzeige
Hannover

  Anfang kommenden Jahres lässt die Stadt 450 Kleingärten, 200 Grundstücke  sowie zwei Sportstätten auf erhöhte radioaktive Strahlung untersuchen. Zwar ist die Wahrscheinlichkeit gering, dass die Geigerzähler ausschlagen, doch schon jetzt kündigt die Stadt an, dass sie Kleingärtner in diesem Fall entschädigen will. „Wenn Pächter ihren Garten verlassen müssen, werden sie seitens der Stadt entschädigt“, sagt Elisabeth Czorny vom Umweltamt am Montag in der Sitzung des Umweltausschusses.  Auch werde man den Kleingärtnern helfen, in ihre Gärten nach der nötigen Bodensanierung zurückzukehren. „Die Kleingärtner müssen nicht befürchten, dass aus ihren Parzellen Bauland wird“, sagt Czorny.

Den Wert der betroffenen Gärten bestimmt ein Gutachter. Zudem werde die Stadt versuchen, Ersatzflächen für die betroffenen Kleingärtner zu finden. Der Ausschuss hat den Strahlen-Kontrollen einmütig zugestimmt. Insgesamt 340.000 Euro hat die Stadt für die Untersuchungen veranschlagt. 125.000 Euro kosten die Voruntersuchungen, 215.000 Euro sind zurückgelegt für weitergehende Kontrollen.

Anlass für die Untersuchungen sind Recherchen zur Chemiefabrik De Haen. Historiker haben etliche private Grundstücke identifiziert, die  der Unternehmerfamilie gehörten. Ob auf diesen Flächen radioaktive Stoffe lagerten, ist zweifelhaft. Dennoch will die Stadt auf Nummer sicher gehen. 2008 wurden auf dem Lister De-Haen-Platz erhöhte Strahlenwerte gemessen. Der Fall machte bundesweit Schlagzeilen. 

Auch auf den Flächen von zwei Sportvereinen will die Stadt Messungen vornehmen, beim Tennisverein TSV Schwarz-Weiß Hannover und beim TSC Fortuna-Sachsenross. Die Tennisflächen seien derart versiegelt, dass  die Wahrscheinlichkeit einer Strahlenbelastung verschwindend gering sein dürfte, heißt es vonseiten der Stadt. „Bei Fortuna-Sachsenross ist nur ein nördlicher Streifen betroffen, auf dem Fußball gespielt wird“, sagt Czorny. Der Spielbetrieb in dem Verein müsse nicht eingestellt werden, sollte man eine erhöhte Strahlung feststellen und den nördlichen Streifen sperren müssen. 

Von Andreas Schinkel