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Aus der Stadt Stadt bittet Land nicht zur Kasse
Hannover Aus der Stadt Stadt bittet Land nicht zur Kasse
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00:26 27.09.2014
Am Maschsee findet am 2. und 3. Oktober das Einheitsfest statt.
Am Maschsee findet am 2. und 3. Oktober das Einheitsfest statt. Quelle: Alexander Körner (Archiv)
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Hannover

Der Verzicht auf die Gebühr geht aus einem Verwaltungspapier hervor, das am Donnerstag im vertraulich tagenden Verwaltungsausschuss beschlossen werden soll. Profiteur ist der Ausrichter des Festes, das Land Niedersachsen. Das hätte eigentlich Gebühren von insgesamt 90.000 Euro an die Stadt zahlen müssen.

Der Ertrag sei im Haushalt nicht eingeplant, sodass auch kein Geld verloren gehe, argumentiert die Stadt in ihrem Papier. Das sieht FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke anders. „Jeder Gewerbetreibende muss Gebühren entrichten. Aber beim Land wird ein Auge zugedrückt“, ärgert er sich. Hier werde mit zweierlei Maß gemessen. Zudem habe es ein Geschmäckle, wenn so ein brisantes Verwaltungspapier kurz vor Beginn der Feiern durchgeboxt werden soll. Kritik kommt auch vom Vorsitzenden der CDU-Fraktion, Jens Seidel: Es sei skandalös, dass Oberbürgermeister Stefan Schostok auf die Einnahmen verzichtet, meint er. Der SPD-Politiker verteile „gern Geschenke an seine Freunde im Land“, sagt Seidel.

Hannovers Tourismus-Chef und Veranstalter des Maschseefests, Hans Nolte, findet dagegen keinen Anlass zur Kritik. „Letztlich tragen der Tag der Einheit und die Feierlichkeiten zur Reputation Hannovers bei“, sagt er. Im Grunde sei das Fest eine Art Wirtschaftsförderung, denn Hunderttausende Besucher strömen am 2. und 3. Oktober nach Hannover - und geben dort voraussichtlich eine ganze Menge Geld aus. „Die 90 000 Euro Gebührenverzicht zugunsten des Landes sind gut angelegt“, meint Nolte deshalb.

Tatsächlich ist man im Rathaus froh, nicht noch draufzahlen zu müssen. Nach Informationen der HAZ hatte das Land zunächst verlangt, dass sich auch Hannover an den Kosten für die Einheitsfeier beteiligen solle. Am Ende einigte man sich darauf, dass die Stadt keine Gebühren für die Stände, Zelte und Bühnen verlangt. Eine solche Unterstützung offizieller Feste eines Landes durch die jeweiligen Städte sei üblich, heißt es im Rathaus. Im Übrigen werde das Congress Centrum vom Land regulär gebucht.

Die Gesamtkosten des Fests belaufen sich auf 4,4 Millionen Euro. Davon trägt das Land 2,8 Millionen Euro, der Bund gibt einen Zuschuss von lediglich 184 000 Euro. Den Rest der Kosten schultern Sponsoren. Den Löwenanteil trägt der VW-Konzern mit 1,4 Millionen Euro. Von der Baum Holding kommen 50 000 Euro, die gleiche Summe überweist NiedersachsenMetall.

Von Andreas Schinkel und Mathias Klein

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