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Aus der Stadt Schüler sollen auch zum Besen greifen
Hannover Aus der Stadt Schüler sollen auch zum Besen greifen
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00:26 21.06.2014
Von Andreas Schinkel
Saubere Sache: Beim Putzen sollen künftig auch Schüler mit anpacken. Quelle: Frank Rumpenhorst/dpa
Hannover

Übel riechende Toiletten, staubige Klassenzimmer und verdreckte Flure – das soll es in Hannovers Schulen nicht mehr geben. Auf politischen Druck hat die Stadtverwaltung jetzt ein Konzept vorgelegt, wie die rund 100 allgemeinbildenden Schulen der Stadt sauberer werden können. Dazu will man die Putzleistung in den Klassenräumen verfünffachen. Statt einmal pro Woche gehen Putzkräfte künftig jeden Tag mit dem Wischmopp durch die Unterrichtsräume. Die Toiletten an allen Ganztagsschulen werden demnächst zweimal pro Tag gereinigt, bisher genossen nur die Grundschulen mit Ganztagsbetrieb dieses Privileg. „Auch die Eingangsbereiche, Fluren und Treppen wollen wir häufiger putzen“, sagte Wolfgang Becker, Leiter der kommunalen Gebäudereinigung, am Mittwoch bei der Vorstellung des Programms im Personalausschuss des Rates. Ebenso werde man die Zahl der Grundreinigungen in Schulen erhöhen.

In den vergangenen Jahren hatten sich Eltern und Schulleiter immer wieder über mangelnde Hygiene in Schulgebäuden beschwert. An 26 Schulen, so hatte die CDU in einer Umfrage herausgefunden, war man unzufrieden mit der Sauberkeit in den Gebäuden. Städtische Putzkräfte beklagten, dass der Zeitdruck steige, sodass es kaum möglich sei, sorgfältig zu reinigen.

Jetzt hat die Stadt ihren Anforderungskatalog für den Putzdienst gründlich überarbeitet. „Wir gehen nicht mehr davon aus, dass an 365 Tagen im Jahr die Sonne scheint“, sagt Personaldezernent Harald Härke augenzwinkernd. Denn Regen und Schneematsch seien in den alten Leistungskatalogen gar nicht berücksichtigt worden. So will man jetzt neue Roste vor den Eingangstüren anbringen, damit die Kinder den Schmutz unter ihren Schuhen nicht ins Foyer tragen. 80 bis 90 Prozent des Drecks von draußen ließen sich damit abhalten, schätzen Experten der Stadt.

Bereits in diesem Jahr sollen die ersten Maßnahmen starten. Unklar bleibt, wie hoch die Kosten für das Putzprogramm sein werden. „Wir werden die Mittel erwirtschaften“, sagt Gebäudereinigerchef Becker. Fest steht, dass bereits die zusätzliche tägliche Toilettenreinigung an den Ganztagsschulen mit 290.000 Euro jährlich zu Buche schlägt. 100 000 Euro kalkuliert die Stadt ein, um zweieinhalb Stellen für Kontrolleure zu schaffen. Sie sollen sich davon überzeugen, dass die neuen Maßstäbe eingehalten werden. Insgesamt überlegt die Stadt, ob sie mehr Schulen in Eigenregie reinigt. Bisher sind 60 Prozent der Putzaufträge an private Firmen vergeben.

Auch die Schüler werden bei der Putzkampagne eingespannt. Sie bekommen Besen und Wischmopp in die Hände gedrückt, um ihre Zimmer und Flure zu reinigen. „Wir erhoffen uns, dass die Schüler dann besser auf ihre Räume achtgeben“, sagt Becker. Nähmen Schüler das tägliche Klasseputzen selbst in die Hand, wären professionelle Putzkräfte überflüssig. „Wir könnten die tägliche Unterhaltsreinigung aus dem Vertrag mit den Putzfirmen herausnehmen und den eingesparten Betrag an die Schüler weiterreichen“, sagt Becker. Dann wäre für die Kinder ein „finanzieller Anreiz“ geschaffen, die Schule sauber zu halten. Die CDU warnt davor, die Schüler nicht über Gebühr einzubinden. „Kinder dürfen nicht die professionelle Reinigung ersetzen“, sagt CDU-Ratsherr Lars Pohl.

Die FDP im Landtag wundert sich über Landwirtschaftsstaatssekretär Horst Schörshusen und seine Reaktion auf 13.000 Unterschriften gegen den Leinenzwang für Hunde. Schörshusen hatte bei der Übergabe der Petition der Meinung der Hundehalter zugestimmt, ein langer Leinenzwang sei nicht artgerecht.

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