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Aus der Stadt Ein teures Gerät
Hannover Aus der Stadt Ein teures Gerät
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07:13 16.04.2015
Von Andreas Schinkel
Foto:  Vom neuen Hochleistungsrechner verspricht sich die Stadt eine geschicktere Lenkung von Rad-, Auto- und öffentlichem Verkehr.
Vom neuen Hochleistungsrechner verspricht sich die Stadt eine geschicktere Lenkung von Rad-, Auto- und öffentlichem Verkehr. Quelle: dpa
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Hannover

„Es führt praktisch kein Weg an einer neuen Anlage vorbei“, sagte Baudezernent Uwe Bodemann im Rathaus. Die Schnittstellen des Computers seien veraltet, sodass die Anlage nicht mehr kommunikationsfähig sei. Vom neuen Rechner verspricht sich die Stadt eine geschicktere Lenkung von Rad-, Auto- und öffentlichem Verkehr.

Ansätze für ein Verkehrskonzept der Zukunft hat das von der Stadt beauftragte Ingenieurbüro SHP vorgestellt. In mehreren zeitlichen Stufen soll der Verkehrsfluss auf Hannovers Straßen verbessert werden. Bis 2018 ist zunächst geplant, fünf elektronische Anzeigetafeln am Cityring zu installieren, sowie drei Tafeln am Stadion. „Darüber können Informationen über Staus, Baustellen und Großveranstaltungen vermittelt werden“, sagt Peter Bischof von den SHP-Ingenieuren. Zugleich könne man eine alternative Route angeben. Zudem dürfe sich die Stadt bei der Erfassung von Verkehrsdaten nicht auf Firmen wie den Internetkonzern Google verlassen. „Die Stadt sollte eigene Daten sammeln“, sagt Bischof und schlägt vor, mehr Kameras zur Verkehrsbeobachtung aufzustellen. Für Piraten-Vertreter Dirk Hillbrecht stellt sich die Frage nach dem Datenschutz. „Google wertet Standort-daten von Smartphonenutzern bereits aus“, meint Bischof. Entscheidend sei, dass die Stadt die gesammelten Informationen anonymisieren muss. Die Kosten für die erste Phase digitaler Verkehrssteuerung beziffert das Ingenieurbüro auf 2 bis 3 Millionen Euro.

In einer zweiten Phase von 2019 bis 2020 sollen weitere Anzeigetafeln hinzukommen. Man will Programme („Apps“) entwickeln, mit denen Verkehrsteilnehmer ohne Staus durch die Stadt geleitet werden können. Erneut geht SHP von Investitionen zwischen 2 und 3 Millionen Euro aus.

Die dritte Stufe des Konzepts bleibt noch ein vages Zukunftsszenario. „Ab 2020 können Fahrzeuge mit der Infrastruktur kommunizieren“, sagt Bischof. Das bedeutet, dass Ampeln und Autos virtuell verbunden sind, sodass eine intelligente Steuerung je nach Verkehrsaufkommen möglich wird. „Damit wäre es möglich, sich eine Ladestation für ein E-Bike zu einer bestimmten Zeit zu reservieren“, sagt Bischof.

SPD, CDU und Grüne sehen in der vernetzten Verkehrswelt neue Chancen für eine Stadt ohne Staus. Allein die FDP argwöhnt, dass das alles nur dazu diene, mehr Menschen aufs Fahrrad und in Busse und Stadbahnen zu drängen. Die SPD sieht in der Kritik einen pawlowschen Reflex der Liberalen.

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