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Aus der Stadt Stadt macht Druck auf Investor des Ihme-Zentrums
Hannover Aus der Stadt Stadt macht Druck auf Investor des Ihme-Zentrums
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00:26 31.10.2015
Von Juliane Kaune
Der Mietvertrag der Stadtwerke, die im Ihme-Zentrum ein Hochhaus mit 30.000 Quadratmetern Bürofläche nutzen, läuft 2020 aus.  Quelle: Ole Spata
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Hannover

„Eine Entscheidung über Verbleib oder Auszug steht aus Sicht der Stadt nicht an“, ließ er per Presseerklärung recht rigoros mitteilen - gemeinsam mit Stadtkämmerer Marc Hansmann, der zugleich Aufsichtsratschef des kommunalen Unternehmens ist. Allerdings macht auch die Stadt, ebenfalls Mieterin in dem Lindener Großkomplex, Druck auf den Investor Intown. „Wir gehen davon aus, dass bis Ende des Jahres ein belastbares Konzept vorliegt“, sagt Stadtsprecher Andreas Möser. Auch Ratspolitiker und die Wohnungsbesitzer fordern, dass der Investor endlich konkrete Pläne öffentlich macht.

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Der Mietvertrag der Stadtwerke, die im Ihme-Zentrum ein Hochhaus mit 30.000 Quadratmetern Bürofläche nutzen, läuft 2020 aus. Der Vorstand hatte in seinem internen Strategiekonzept vorgeschlagen, die Immobilie zu verlassen, weil er keine Perspektive für den Standort sehe und das Unternehmen künftig weniger Bürofläche benötige. Ein Auszug des Großmieters würde es dem Investor aber deutlich schwerer machen, den Komplex neu zu beleben. Gleiches gilt, falls die Stadt dort die Segel streichen sollte: Sie hat für 750 Mitarbeiter 26.000 Quadratmeter angemietet; die ersten Verträge laufen Ende 2017 aus.

Gingen die Stadtwerke, würde der Investor auf einem „Torso“ zurückbleiben, sagt CDU-Ratspolitiker Dieter Küßner, der im Aufsichtsrat des Unternehmens sitzt. Er hält die Ankündigung auch für eine Taktik, um den Investor zum Handeln zu bewegen. „Es ist noch nicht aller Tage Abend im Ihme-Zentrum.“ Michael Dette, baupolitischer Sprecher der Grünen-Ratsfraktion, findet es legitim, dass die Stadtwerke Alternativen suchen. „Sie können sich nicht auf immer und ewig dort einmieten, um das Ihme-Zentrum zu stützen“, sagt er. Und: „Das gilt auch für die Stadt.“ Der Investor müsse endlich Ideen auf den Tisch legen, fordert auch Ewald Nagel, Baufachmann der SPD.

Intown gab am Mittwoch keine Stellungnahmen ab. Gebäudeverwalter Torsten Jaskulski sprach gegenüber der HAZ von „konstruktiven Verhandlungen“. Die Auszugspläne der Stadtwerke hätten ihn überrascht. Für Anfang Dezember sei eine Eigentümerversammlung geplant, in der die Fassadensanierung vorgestellt werde. Für 2016 stellt er den Beginn des Umbaus der Gewerbeflächen in Aussicht. Wohnungsbesitzer Thomas Ganskow sagt: „Das große Schweigen des Investors muss jetzt aufhören.“

Die Stadt Hannover ist Haupteigentümerin der Stadtwerke. Die Entscheidung über einen Auszug will der zehnköpfige Aufsichtsrat Ende November treffen.

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