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Aus der Stadt Stadt plant „Festival der Philosophie“
Hannover Aus der Stadt Stadt plant „Festival der Philosophie“
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19:18 16.04.2009
Von Andreas Schinkel

Damit sollen von 2010 bis 2012 drei Festivals pro Jahr ermöglicht werden. „Wir wollen dadurch die Marke Leibnizstadt stärken“, sagt Raimund Nowak, Leiter des städtischen Büros für Grundsatzangelegenheiten.

Nicht nur Hannover hat seine Unterschrift unter den Antrag gesetzt. Auch die italienische Stadt Modena, gleichsam die Erfinderin einer solchen Feier des Geistes, befindet sich unter den Antragstellern, ebenso Nottingham, Valencia, Thessaloniki und fünf weitere europäische Städte. Hannover ist aber die einzige deutsche Großstadt, die sich um die Förderung bewirbt. Falls der Antrag im Juli positiv beschieden wird, steht der Leibnizstadt mit 40 000 Euro fast doppelt so viel Geld für jedes der drei Festivals zur Verfügung wie für die Veranstaltung im vergangenen Jahr. Allerdings sind die Fördermittel an bestimmte organisatorische Bedingungen geknüpft. So sollen die Festivals jeweils zwei Tage dauern und rund zehn Veranstaltungen unterschiedlichen Niveaus umfassen. Gefordert ist ebenso eine Theateraufführung, die ein philosophisches Thema veranschaulicht. Durch diese Auflagen würde sich der Umfang des Festivals gegenüber dem Vorjahr verkleinern – trotz des höheren Budgets.

2008 kamen renommierte Philosophen vier Tage lang nach Hannover, um ihr Wissen gleichsam auf dem Marktplatz auszubreiten. In Cafés und Kneipen, auf dem Kröpcke und im Jazz Club, im Rathaus und im Leibnizhaus wurde der „Seele“, so das Motto des Festivals, auf den Grund gegangen. Damit war nicht nur die menschliche Seele gemeint. So plauderte der Philosoph Helmut Pape im Restaurant „Maestro“ über den Geist des Weins, und in der AWD-Arena wurde über die Seele des Fußballs sinniert. In dieser Zeit war Hannover die Hauptstadt der Philosophie, und sie zog so schillernde Denker wie den ehemaligen Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin oder den Münchener Ethiker Robert Spaemann an. Mit rund 5000 Besuchern war das Festival zur Überraschung der Veranstalter auch ein Publikumserfolg.

„Ein neues Motto könnte die Krise sein“, sagt Nowak. Das Thema habe den Vorteil, dass auch Nicht-Philosophen als Referenten eingeladen werden können, etwa Wirtschaftswissenschaftler oder Finanzexperten. Zudem sollen wieder international renommierte Denker für den nötigen Glamour sorgen. „Aufgrund des Erfolgs im vergangenen Jahr bin ich davon überzeugt, dass wir wieder richtige Stars bekommen werden“, sagt Nowak. Zunächst sollen jedoch die Festivalbeiträge vom vergangenen Jahr als Buch herausgegeben werden. Auch ein dokumentarischer Film über den damaligen Rausch des Geistes in Hannover wird derzeit zusammengeschnitten.

Selbst wenn die EU-Kommission den Antrag der philosophiebegeisterten Städte im Juli ablehnen sollte, stehen die Chancen für ein hannoversches Festival im kommenden Jahr nicht schlecht. „An einer Wiederholung der Veranstaltung sind wir grundsätzlich sehr interessiert – unabhängig vom Erfolg des Förderantrags“, sagt Nowak. Schließlich besitze Hannover mit dem Festival deutschlandweit ein „Alleinstellungsmerkmal“.

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